Mittelbuchen

Anwohner von Hanauer Neubaugebiet machen mobil: Sie sprechen von einer „nicht mehr ertragbaren Situation“

  • Kerstin Biehl
    vonKerstin Biehl
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In Hanau machen die Anwohner des Neubaugebiets Nord-West in Mittelbuchen mobil. Für sie ist die Situation nicht mehr ertragbar. 

  • Die Anwohner des Neubaugebiets Nord-West in Mittelbuchen (Hanau) machen mobil
  • Sie empfinden die Situation als nicht mehr tragbar
  • Der Bauträger äußert sich
Bewässerung mit dem Gartenschlauch - Anwohner machen die staubige Baustraße jetzt selber nass.

Hanau – Leicht hatte es dasBaugebiet Nord-West/Vor dem Lützelberg von Beginn an nicht. Nicht gewollt von den Anliegern, bekämpft von einer eigens gebildeten Interessengemeinschaft – letztlich aber doch zustande gekommen. Inzwischen stehen die ersten Häuser, und auch die ersten Neu-Mittelbuchener sind in ihr neues Zuhause im Nordwesten des kleinsten Hanauer Stadtteils eingezogen. Doch zur Ruhe kommt das Baugebiet nicht. 

Jetzt macht erneut die IG Bauvorhaben Mittelbuchen-Nordwest mobil und spricht in einer E-Mail an den HANAUER ANZEIGER gar von einer „nicht mehr ertragbaren Situation“. Konkret geht es dabei um die Baustraße, die von der Landstraße 3195, an der Bebauungsgrenze entlang, ins Baugebiet führt. Probleme um diese Straße, die ehemals als Feldweg genutzt wurde, gab es von Beginn an: zu schnelles Fahren der dort verkehrenden Baufahrzeuge, zu unsichere Verkehrsituation für die die Straße passierenden Grundschüler auf dem Weg zur Büchertalschule, umgeworfene Ampeln und nicht zuletzt eine enorme Staubentwicklung bei Trockenheit. 

Hanau: Anwohner bemängeln die Staubentwicklung in Mittelbuchen

Eben diese Staubentwicklung moniert die IG jetzt erneut. „Seit Wochen, Monaten wird so gut wie nicht gewässert. Nach mehrfachen Anrufen, auch von Seiten des Ordnungsamtes, wird dann zwei Tage lang gewässert und dann wird es wieder eingestellt“, schreibt die IG. Also bleibe den Anwohnern nichts anderes übrig, als zum eigenen Gartenschlauch zu greifen, um dem staubigen Belag auf der Baustraße, der sich überall festsetzt, Herr zu werden. 

„Da sich der Bauträger mit der versprochenen Bewässerung Zeit lässt. Die Situation ist unerträglich“, so die IG. Zwar werde „nach Beschwerden und Androhungen von Blockaden“ seitens Bien Ries gewässert, allerdings schlafe das „leider wieder ein. Spätestens nach dem ersten Regentag“. 

Hanau: Hanauer Anzeiger fragt beim Bauträger wegen der Straße in Mittelbuchen an

Der HA hat bei Bien Ries nachgefragt. Von der Pressestelle des Unternehmens gab es folgende Antwort: „Wir bemühen uns, die Staubbelastung so gering wie möglich zu halten, auch wenn sich diese in Abhängigkeit von Bauphase, Baustellenlogistik und Witterung nicht immer ganz verhindern lässt.“ Um die Situation zusätzlich zu verbessern sei ein neues Fachunternehmen mit der regelmäßigen Bewässerung beauftragt worden. Die Bewässerung erfolge, je nach Witterung, mindestens zweimal täglich von montags bis samstags mithilfe eines Baustellenfahrzeugs, das gespeichertes Wasser versprühe. Allerdings ist die staubige Baustraße nicht das einzige Problem, das die Anwohner beklagen. 

Führt in Hanau immer wieder zu Ärger: Die Baustraße zum Neubaugebiet Mittelbuchen Nordwest Vor dem Lützelberg.

Eine andere Sorge ist der Baustellenverkehr, der, so die IG, „nun auch sehr verstärkt durch das Wohngebiet fährt“. Seit Wochen passierten teils Schwerlastwagen verbotenerweise das Wohngebiet. Vor allem die Anwohner der Altkönigstraße seien davon betroffen, deshalb habe man auch den Ortsbeirat eingeschaltet. 

Hanau: Verkehr verstimmt die Anwohner des Neubaugebiets in Mittelbuchen ebenfalls

Auch zu dieser Thematik haben wir Bien Ries befragt. Von dort heißt es: „Wir als Bauträger tragen dafür Sorge, dass der baustellenbedingte Verkehr ausschließlich über die Baustraße funktioniert. Üblicher Umzugsverkehr hingegen oder beispielsweise Anlieferungsverkehr, wie etwa Möbellieferungen für die neue Bewohnerschaft, entziehen sich jedoch unserem Einflussbereich und erfolgen über die normalen Straßen.“ Dennoch werde Bien Ries die auf der Baustelle tätigen Firmen „nochmals gezielt darauf hinweisen, dass ein Anfahren der Baustelle über das bestehende Wohngebiet nicht gestattet ist“. 

Auch der Stadt Hanau sind die Beschwerden bekannt: „Für das Ordnungsamt ist es seit anderthalb Jahren gute Übung, Baustraße und Baustellenverkehr regelmäßig zu kontrollieren“, heißt es auf HA-Nachfrage seitens der städtischen Pressestelle. Vom 11. Dezember 2018 an sei die Baustraße zunächst täglich kontrolliert worden, seit einem halben Jahr dreimal wöchentlich. „Wohlgemerkt stets unangemeldet und jetzt an unterschiedlichen Tagen und zu unterschiedlichen Zeiten. Bei Beanstandungen kontaktiert der Kontrolleur der Straßenverkehrsbehörde die betroffenen Baufirmen vor Ort oder Bien-Ries, damit Missstände umgehend abgestellt werden. Sein Tagesprotokoll beinhaltet auch, ob die Baustraße staubt, regennass oder bewässert ist respektive die Bewässerung zu verbessern ist“, heißt es aus dem Rathaus.

Rubriklistenbild: © Kerstin Biehl

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