Außengelände des Heinrich-Fischer-Bad zu Corona-Zeiten
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Die coronabedingten Einschränkungen in punkto Besucherzahlen schmälern zwar die Einnahmen der Stadt, sorgen aber bei vielen Besuchern für Begeisterung.

Corona-Pandemie

Wie Corona den Besuch eines Schwimmbads verändert

  • Jutta Degen-Peters
    vonJutta Degen-Peters
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Die Corona-Pandemie hat das tägliche Leben verändert. Auch der Besuch im Schwimmbad bleibt hiervon nicht verschont. Wir haben uns die Situation einmal angesehen.

Hanau – Die Einsamkeit des Langstreckenschwimmers lässt sich in diesen Tagen im Hanauer Heinrich-Fischer-Bad erleben. Genüsslich kann man dort im klaren Wasser seine Bahnen ziehen – fast ungestört von anderen Badegästen. Die Corona-Pandemie hinterlässt ihre Spuren. An einem Sommertag mit Temperaturen um die 26 Grad haben sich dort selbst zu Zeiten, zu denen sich sonst bis zu 1000 Gäste tummeln, mitten in den Schulferien gerade einmal gut 100 Besucher eingefunden.

Zugegeben, die Bedingungen sind ungewohnt – und der Anblick auch. Die Liegewiese ist spärlich mit Decken und Handtüchern bestückt, die Schwimmbecken sínd an diesem Mittwochnachmittag fast leer. Trampolin und Startblöcke gesperrt. Lediglich am Sprungturm, der noch bis zum vergangenen Wochenende gesperrt war, wartet eine Reihe von Jugendlichen darauf, ins kühle Nass zu springen. Darüber, dass sie sich ordentlich an die auf dem Boden aufgezeichneten Linien stellen und den Mindestabstand einhalten, wacht Schwimmmeister Sami Topcu. „Das klappt aber sehr gut“, betont er. Die Badegäste seien in der Regel vorsichtig und hielten sich an die Regeln. Wer über die Stränge schlage, reagiere auf die Hinweise des Personals, das je nach Gästeaufkommen mit drei oder mehr Kräften im Einsatz ist. Kleine Schwimmbadbesucher fanden es bei einem Samstag-Besuch allerdings wenig spaßig, dass ihnen verboten wurde, vom Rand zu springen, wohingegen eine Gruppe von älteren Jungs sich ungestraft über die Maßregelungen des Bad-Personals hinwegsetzte.

Spontanbesuch im Schwimmbad ist auch zu Corona-Zeiten möglich - unter speziellen Bedingungen

Wer Lust hat, sich im Schwimmbad zu erfrischen, kann das Bad nach wie vor spontan besuchen. Allerdings ist die Spontaneität mit einem kleinen Risiko behaftet: Ist die Höchstzahl an zugelassenen Gästen – nämlich 600 Personen – erreicht, muss man draußen bleiben. Derzeit wird diese Maximalzahl jedoch kaum erreicht. Dennoch empfiehlt es sich, sich im Internet anzumelden. Das aber ist nur am Vortag möglich. Dann kann man sich für den Vormittag (von 6.30 bis 13 Uhr) oder den Nachmittag (von 14 bis 20 Uhr) entscheiden.

Sobald man den Innenbereich des Heinrich-Fischer-Bades betritt, muss man eine Maske tragen.

Über die Hinweise vor dem Gebäude in punkto Sicherheitsabstand und Hygiene wundern wir uns nicht. Schließlich hat sich mittlerweile eingespielt, dass man mit Maske Räume betritt, in denen sich andere Menschen bewegen. Damit sich die Gäste nicht zu dicht auf die Pelle rücken, sind die Laufwege aufgezeichnet. An der Kasse vorbei geht es hinein ins Bad, hinter der – derzeit geschlossenen – Sauna-Landschaft durchs Drehkreuz nach dem Besuch wieder hinaus.

Schwimmbad zu Corona-Zeiten: Auch bei den Umkleidekabinen gibt es Einschränkungen

Bei den Umkleidekabinen ist jede zweite geschlossen. Auch die mit Duschen versehenen Zugänge zu den Becken sind teilweise mit den Flatterbändern abgesperrt. Umkleidebereiche und die Geländer, Haltestangen und Leitern an den Becken werden mittags während der Schließzeit von 13 bis 14 Uhr desinfiziert. Aus diesem Grunde ist die einstündige Pause in der Tagesmitte auch unbedingt nötig. Zu den in den Bädern beschäftigten Schwimmmeistern und Helfern kommt aktuell an heißen und sonnigen Tagen noch zusätzliches Personal vom Sicherheitsdienst und für die Reinigung hinzu. In der städtischen Pressestelle heißt es dazu auf Anfrage, dass die Verträge mit dem Sicherheitsdienst und der Fremdreinigung mit einem Vorlauf von einem Tag täglich auf Abruf geschlossen werden, um Kosten zu sparen.

Das ist in Anbetracht der niedrigen Besucherzahlen auch wichtig. Am vergangenen Wochenende kamen zwischen 112 (am Sonntag, 26. Juli) und 423 (am Samstag, 25. Juli) Gäste ins Heinrich-Fischer-Bad (freitags waren es 397 Gäste), das im Vergleichszeitraum des Vorjahres bestens frequentiert war. Damals kam am 24. Juli, einem Mittwoch, 2297 Schwimmbegeisterte ins Bad, am Donnerstag, 25. Juli waren es sogar 2569 Besucher (freitags 2054). Im Lindenaubad waren es vergangenes Jahr zwischen 1345 (Freitag, 26. Juli 2019) und 1543 Badegästen (am Mittwoch, 24. Juli). Am vergangenen Wochenende fanden am Sonntag, 26. Juli ganze 46 Gäste den Weg ins Bad. Am Samstag waren es 201, am Freitag 151 Besucher.

Viel Platz im Schwimmbad zu Corona-Zeiten

Wer ungestört schwimmen will, für den ist dazu jetzt in den Hanauer Bädern oft Gelegenheit.

Wasserratten freuen sich, dass sie viel Platz zum Sonnen und Schwimmen haben. Friederike Schmidt aus Steinheim jedenfalls, die mit den Enkeln Mats und Nils gekommen ist, frohlockt: „Es ist traumhaft hier, wir kommen jeden Tag nach der Mittagspause“.

Wie aus dem Rathaus vermeldet wird, sollen – sobald das Land dies (gemäß neuer Verordnung) zulässt – weitere Lockerungen greifen. Wenn die Drei--Quadratmeter-Empfehlung und die 1,5 Meter Abstand pro Person aufgehoben werden sollte, könnten etwa mehr Badegäste eingelassen werden.

Dann, so die Pressestelle, würden wohl auch die Startblöcke wieder geöffnet und die Rutschen in Betrieb genommen.

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