Die zweite Phase der Sanierungsarbeiten der Stromtrasse durch die Region haben begonnen.
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Die zweite Phase der Sanierungsarbeiten der Stromtrasse durch die Region haben begonnen.

Bauarbeiten

Zweite Phase der Stromtrassensanierung hat begonnen

  • vonHolger Hackendahl
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Zurzeit wird die Stromtrasse, die durch die Region führt saniert. Hierbei hat nun die zweite Phase begonnen.

Klein-Auheim – Die Sanierungsarbeiten an der Stromtrasse zwischen den Umspannwerken Großkrotzenburg und Frankfurt-Nord gehen weiter. Nachdem bereits vor einigen Wochen die

65 mächtigen Hochspannungsmasten, von denen einige auf Hanauer Gemarkung stehen, mittels Wasserhochdruckbestrahlung von alter Farbe gereinigt wurden und einen neuen Korrosionsschutz erhielten (wir berichteten), sind nun erneut Arbeiter in schwindelerregender Höhe zugange. Sie sanieren derzeit die eigentlichen Stromleitungen.

„Auf der Stromtrasse nehmen wir derzeit eine Generalsanierung der bereits seit 1963 bestehenden Leitung vor. Ausgetauscht werden die stromführenden Leiterseile, die Isolatorenketten und die Blitzschutz-Erdseile“, erläutert Markus Lieberknecht, Sprecher des Unternehmens TenneT TSO GmbH mit Sitz in Bayreuth, das das Hochspannungsnetz betreibt. Eine Leistungserhöhung sei mit den Arbeiten nicht verbunden und auch nicht geplant.

Arbeiten könnten bis März andauern

Die zweite Phase der Sanierungsarbeiten der Stromtrasse durch die Region haben begonnen.

Voraussichtlich noch bis März 2021 werden die Mitarbeiter an den zwischen 40 und 60 Meter hohen Masten beschäftigt sein. Der Strom an den Freileitungen mit den Spannungsebenen von 110 Kilovolt und 220 Kilovolt ist während der Arbeiten natürlich abgeschaltet.

Die Fachleute unterscheiden bei Stromtrassen zwischen sogenannten Abspannungsmasten und Tragmasten. „Für den Tausch der Leiterseile wird in der Regel an den Abspannmasten eine Baustellenfläche mit Winden und den auf Trommeln angelieferten Leiterseilen eingerichtet. Dann werden die alten Seile abgezogen und gleichzeitig die neuen Seile mit aufgezogen“, erläutert Lieberknecht das Verfahren. Bei den Tragmasten seien dafür extra Rollen eingehängt, über die die alten Seile abgerollt und die Neuen bis zum nächsten Abspannmast aufgerollt würden.

Für den Tausch der Isolatorenketten werden die alten demontiert und herabgelassen und die neuen in der Regel mit Seilen hochgezogen und montiert. Hierfür wird an allen Masten eine kleine Baustellenfläche temporär eingerichtet. Insgesamt investiere TenneT in die Sanierung der Stromtrasse rund elf Millionen Euro.

23 Kilometer Stromleitung

Die Leitung auf dem Stromtrassenabschnitt ist insgesamt 23 Kilometer lang. In der Summe werden rund 440 Kilometer Leiterseile ab- und wieder aufgezogen. „Die Leiterseile bestehen aus einem Stahlkern mit einer Aluminium-Ummantelung und haben außen einen Durchmesser von 2,2 Zentimeter. Die neuen Leiterseile sind querschnittsgleich zu den Alten,“ so Lieberknecht.

Gearbeitet werde in zwei Baulosen, die Arbeiten begannen in der vergangenen Woche. Aktuell werde jedoch erst in einem Baulos mit rund 30 Monteuren gearbeitet, erläutert Lieberknecht. Wenn in beiden Baulosen gearbeitet wird, würden bis zu 60 Monteure im Dienst sein.

Seilwinden helfen den Arbeitern bei der Sanierung.

Im und auf dem Stahlgerüst des Hochspannungsmasts klettern und arbeiten die Monteure angeseilt, mit Karabinern gesichert in luftiger Höhe. Neben der gängigen Schutzausrüstung wie Steigerhelm, Sicherheitsschuhe und Handschuhe, die selbstverständlich getragen werden müssen, sind die Arbeiter auch verpflichtet, sich bei den Arbeiten auf den Masten mit jeweils drei Haken zu sichern. „Nur beim Auf- und Abstieg oder beim Laufen auf den Traversen dürfen die Arbeiter jeweils höchstens einen Haken aushängen, diesen dann in der gewünschten Richtung einhaken und dann nacheinander die anderen beiden Haken nachziehen. Dadurch ist gewährleistet, dass es immer eine doppelte Sicherung auch in der Bewegung gibt“, erläutert der Unternehmenssprecher, das Sicherheit bei den Arbeiten allerhöchste Priorität habe.

An Straßen oder Eisenbahnschienen, über die die Stromtrasse führt, etwa an der Fasaneriestraße oder an der Landstraße zwischen Hainstadt und Klein-Auheim, stehen große Schutzgerüste. „Dadurch ist es möglich, dass die Arbeiten ausgeführt werden, ohne dass zeitweise der Auto- oder Bahnverkehr eingestellt werden muss“, so Lieberknecht.

Stromnetz von 13 000 Kilometern Länge

Das Bayreuther Unternehmen TenneT TSO GmbH ist Eigentümer und Betreiber eines Hochspannungsnetzes. Es betreibt ein Stromnetz, das von der deutsch-dänischen Grenze bis zur deutsch-österreichischen Grenze durch vier Bundesländer, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen und Bayern verläuft und fast 13000 Kilometer lang ist. Es ist laut TenneT deutschlandweit das Stromnetz, das mit mehr als 40 Prozent die meiste regenerative Energie, erzeugt aus Windkraft und Solar, einspeist. Dem Hochspannungsnetz von TenneT kommt hinsichtlich des Transports von Windstrom aus Offshore-Anlagen auf See in den Süden Deutschlands eine besondere Bedeutung zu. hoh

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