Zum Ostermarsch in Bruchköbel haben sich am Karfreitag etwa 200 Menschen getroffen. Auf den eigentlichen Marsch verzichteten die Veranstalter diesmal.
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Zum Ostermarsch in Bruchköbel haben sich am Karfreitag etwa 200 Menschen getroffen. Auf den eigentlichen Marsch verzichteten die Veranstalter diesmal.

200 Teilnehmer treten am Karfreitag für weltweite Abrüstung ein

Ostermarsch ohne Marsch in Bruchköbel

Für Abrüstung und eine neue Entspannungspolitik haben rund 200 Menschen gestern beim traditionellen Ostermarsch-Auftakt vor dem alten Rathaus in Bruchköbel demonstriert.

Hanau/Bruchköbel - Die Veranstalter plädierten für einen Beitritt Deutschlands zum UN-Vertrag über ein Atomwaffenverbot und ein Ende der Lagerung von US-Atomwaffen auf deutschem Boden. Hauptredner und Osteuropa-Experte Andrej Hunko, Bundestagsabgeordneter der Partei Die Linke, forderte zudem ein friedliches Verhältnis zu Russland und „ein Ende der Konfrontationspolitik“. Das Nato-Manöver „Defender 2021“ auf dem Balkan müsse gestoppt werden, da hier eine Drohkulisse gegenüber Russland und China aufgebaut werde. „Wir fordern einen Lockdown für das Manöver im Mai, an dem 30 000 Soldaten teilnehmen werden.“

Zur Kundgebung hatte ein Bündnis aus der Hanauer Friedensplattform und dem DGB Südosthessen aufgerufen, an dem sich auch der VVN-BdA Main-Kinzig, die pax-christi-Basisgruppe Gelnhausen, DIDF Hanau und die Naturfreunde Hanau-Rodenbach beteiligten.

Forderung „Abrüsten statt Aufrüsten“

Auf den sonst üblichen Marsch zur „Dicken Eiche“ verzichteten die Organisatoren in diesem Jahr aufgrund der steigenden Inzidenzzahlen. Angesichts der weltweiten Coronapandemie dürfe man aber nicht den Blick vor den zahlreichen weiteren Krisen verschließen, erklärte die DGB-Regionsgeschäftsführerin Tanja Weigand gestern in ihrem Grußwort. Es sei außerdem nicht hinnehmbar, dass Unternehmen Dividenden an Aktionäre ausschütteten, zugleich aber keine Covid-19-Tests für ihre Mitarbeiter bereitstellten, so Weigand.

Nicht nur in Bruchköbel, in ganz Deutschland begannen gestern die diesjährigen Osteraktionen der Friedensbewegung. Es gab Demonstrationen, Kundgebungen und Friedensgottesdienste. „Die Ostermärsche bieten den friedensbewegten Menschen eine Gelegenheit, den Regierenden deutlich zu machen: Wir wollen eure Kriege nicht, wir wollen kein militaristisches, sondern ein soziales Europa, spart endlich an der Rüstung“, teilte die Informationsstelle Ostermarsch in Frankfurt gestern mit.

Die Forderung „abrüsten statt aufrüsten“, die inzwischen von über 180 000 Menschen unterstützt werde, und die Beendigung der atomaren Rüstung seien zentrale Anliegen der diesjährigen Aktionen. Durch Abrüstung müssten dringend erforderliche Mittel für Gesundheit, Bildung, Wohnen, Arbeit, Umwelt und die Verbesserung der Infrastruktur staatlichen Mittel zur Verfügung gestellt werden, so die Mitteilung.

Von Matthias Grünewald

Beim Auftakt auf dem Freien Platz wurden einzelne Reden gehalten.

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