Vertrag mit Ergänzung verlängert: Nach einem Beschluss der Gemeindevertretung kann der Pächter des Bürgerhauses für weitere zwei Jahre planen.
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Wieder einmal steht das Bürgerhaus in Großkrotzenburg im Fokus

Bürgerhaus

Anderen Weg einschlagen: Initiative zum Sanierungsstau beim Bürgerhaus

Mit gemischten Gefühlen sieht die Initiative Gemeinschaft Krotzenburger Bürger (GKB) den jüngsten Beschluss der Gemeindevertretung zur Verlängerung des Bürgerhaus-Pachtvertrags. Zu begrüßen sei, dass der bisherige Pächter den Betrieb nach dem Jahreswechsel fortführen könne, sagt der GKB-Sprecher und frühere Bürgermeister Klaus Reuter.

Großkrotzenburg – Dies sei keine Selbstverständlichkeit, nachdem die Vertragsverlängerung zuvor im Haupt- und Finanzausschuss an Stimmengleichheit gescheitert war. „Es sei der Hinweis gestattet, dass das Pächterehepaar seit 1999 das Bürgerhaus zur besten Zufriedenheit und unter Einhaltung der vertraglichen Vereinbarungen führt“, so Reuter in einer Pressemitteilung.

Der Erhalt des Bürgerhauses als unverzichtbare Versammlungsstätte sei damit vorerst sichergestellt, betont Reuter, wenn auch zu Bedingungen, die den Pächter einseitig belasten und im Endeffekt das Problem nicht lösen. „Darauf kommt es an“, unterstreicht der GKB-Sprecher: „Wir brauchen unser Bürgerhaus als Wahllokal für fünf Wahlbezirke für Europawahl, Bundestags und Landtagswahl, Kommunalwahl und Bürgermeisterwahl sowie für Konzerte, Versammlungen, die Fastnacht, als Option für Familienfeiern, für Bürgerversammlungen, die Ortspolitik und nicht zuletzt als zentral gelegenes, auch für die Älteren gut erreichbares Lokal.“

Bürger wollen eine langfristige Sicherung des Bürgerhauses von Großkrotzenburg

Verschwinde das Bürgerhaus, dann mit ihm auch das kommunale Jugendzentrum (JUZ) im Untergeschoss. „Die hervorragende Jugendarbeit in unserer Gemeinde funktioniert ohne eigene Räume nicht“, weiß Reuter als ehemaliger Rathauschef und wirft dabei die Frage auf: „Und glaubt jemand ernsthaft, ein Investor werde der faktisch mittellosen Gemeinde anderswo zum Nulltarif Ersatz stellen?“

Daher müsse der Gemeinde aus Sicht der GKB zwingend an einer längerfristigen Sicherung des Bürgerhauses für öffentliche Zwecke gelegen sein. Reuter erinnert in diesem Zusammenhang an die Erbbaurecht-Option: „Dabei würde der Pächter das Grundstück auf 25 Jahre pachten und das Gebäude komplett in eigene Verantwortung übernehmen –- also auch sämtliche Sanierungsverpflichtungen, die seit Vertragsbeginn mit dem Pächter eigentlich vertragsgemäß der Gemeinde obliegen“, erläutert er.

Bürgerhaus Großkrotzenburg: Bürger schlagen Verwendung von Mitteln aus dem KIP vor

Die Gemeinde und damit letztlich die Bürger bekämen danach einen voll funktionsfähigen, baulich modernisierten Treffpunkt zurück und bis dahin jährlich einen Pachtzins in fünfstelliger Höhe.

Einen anderen Weg, den durch langjährige Untätigkeit der Gemeinde verursachten Sanierungsstau im Bürgerhaus abzubauen, sieht die GKB in einer Umschichtung der vom Land Hessen bereits bewilligten Mittel aus dem kommunalen Investitionsprogramm (KIP): „Statt fast 700 000 Euro in einer Teilsanierung des Germania-Vereinsheims im Oberwaldstadion versickern zu lassen, das dann immer noch eine Baustelle bliebe, sollten die politisch Verantwortlichen endlich in das durchaus noch sanierungsfähige Bürgerhaus investieren“, skizziert Klaus Reuter die Option.  thb

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