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Abstand bleibt das A und O: Weil die Zahlen im Main-Kinzig-Kreis steigen anstatt zu sinken, sollte vor allem auf die Hygiene-Regeln geachtet werden.

Corona: Neue Test-Quarantäne-Strategie soll Virus-Ausbreitung bremsen

Main-Kinzig-Kreis hat höchsten Inzidenzwert in Hessen

Mit einem Wert von 93,2 ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Main-Kinzig-Kreis am Wochenende auf den hessenweiten Höchststand geklettert. Somit liegt der Kreis-Inzidenz-Wert aktuell weit über dem landesweiten Durchschnitt von 59,7. Das geht aus den gemeldeten Infektionszahlen des Robert-Koch-Instituts hervor. Mit einer neuen Teststrategie für Schulen und Kitas soll die Ausbreitung des Corona-Virus – insbesondere durch eine mutierte Virus-Variante – nun im Main-Kinzig-Kreis ausgebremst werden.

Main-Kinzig-Kreis - Insgesamt wurden in der zurückliegenden Kalenderwoche 393 Neuinfektionen registriert, in der Woche davor waren es 316. Das Plus von 77 Neuinfektionen führt das Gesundheitsamt des Kreises hauptsächlich auf Ausbrüche in einem Pflegeheim und einer Rehaklinik zurück. „Es gibt jedoch auch vermehrt Ausbrüche im Familien- und Freundeskreis.“, heißt es in einer Mitteilung des Kreises. „Die Ermittlungen der einzelnen Infektionsketten läuft und ist noch nicht abgeschlossen.“ Auch deutschlandweit nimmt die Zahl der Neuinfektionen wieder zu.

„Wir betrachten diese Entwicklung mit einiger Sorge und haben auch deshalb das Schnelltest-Angebot des Main-Kinzig-Kreises mit dem Start des Wechselbetriebs in Schulen stark ausgeweitet“, erläutert Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. Seit Montag haben die Schnelltestzentren in Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern verlängerte Öffnungszeiten und stehen nun neben Besuchern von Alten- und Pflegeeinrichtungen auch dem gesamten Personal von Schulen und Kindertagesstätten bis hin zu Kindertagespflegepersonen offen. Zum 1. März werden außerdem drei weitere Schnelltestzentren eingerichtet, um eine engmaschige Schnelltestung zu ermöglichen. Weitere Informationen hierzu finden sich auf der Homepage des Main-Kinzig-Kreises unter „CoroNetz“.

Strengere Quarantäne bei nachgewiesener Mutation

„Wir reagieren damit auch auf das vermehrte Auftreten von Virusmutationen im Main-Kinzig-Kreis, die auch aus unserer Beobachtung heraus ansteckender sind als andere Virusvarianten“, so Simmler. Das könne dazu führen, dass das Coronavirus deutlich schneller übertragen werde, als es bislang in vergleichbaren Situationen beobachtet worden sei. „Um insbesondere die Verbreitung der ansteckenderen Virusvarianten einzudämmen, müssen wir schnell reagieren. Deshalb haben wir die Test- Quarantäne-Strategie angepasst, mit dem Ziel: Testen, testen, testen, um mehr Fälle zu erkennen und die Dunkelfelder auszuleuchten“, erläutert die Gesundheitsdezernentin.

Das Team „Schule“ des Gesundheitsamtes prüfe nach wie vor alle Einzelfälle und jedes Ausbruchsgeschehen gründlich und arbeite eng mit Schulen und Kitas zusammen, um das weitere Vorgehen festzulegen. „Unser zukünftiges Vorgehen sieht bei einem positiven Test in der Schule oder Kita vor, dass der Indexfall auf die Mutation untersucht wird und der gesamten Klassengemeinschaft beziehungsweise Kita ein PCR-Test angeboten wird“, erklärt Dr. Siegfried Giernat, Leiter des Gesundheitsamtes. Im Normalfall lägen diese Testergebnisse nach zwei bis drei Tagen vor.

Wenn eine Mutation nachgewiesen wurde, wird für die Klassengemeinschaft beziehungsweise Kitagruppe und die betroffenen Lehrkräfte sowie Erzieher eine zweiwöchige Absonderung – beginnend vom letzten Kontakttag – ausgesprochen. „Diese schließt alle im Haushalt lebende Angehörige mit ein. Gegebenenfalls wird zum Ende der Absonderung nochmals ein Abstrich angeboten“, so Giernat. Kontaktpersonen der Kategorie 2 dürften erst wieder in die Schule oder Kita, wenn bei dem Indexfall keine Mutation vorliegt.

Unter den am Wochenende gemeldeten Neuinfektionen ist auch ein Coronavirus-Fall, von dem Erich-Kästner-Schule in Maintal betroffen ist.  (jj)

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