Die beiden Nidderauer Behindertenbeauftragten Beate Hartmann und Witold Nalichowski mit ihren neuen Ernennungsurkunden.
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Die beiden Nidderauer Behindertenbeauftragten Beate Hartmann und Witold Nalichowski mit ihren neuen Ernennungsurkunden.

Unermüdlicher Einsatz

Ehrenamtliche Behindertenbeauftragte in Nidderau gehen in ihre vierte Amtszeit

Seit 2009 üben Beate Hartmann und Withold Nalichowski ehrenamtlich die Aufgaben von Behindertenbeauftragten der Stadt Nidderau aus. Kürzlich wurden sie zum vierten Mal im Amt bestätigt.

Nidderau – Bei der Übergabe der Ernennungsurkunden dankte der Erste Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) Beate Hartmann und Withold Nalichowski für ihren unermüdlichen Einsatz zugunsten der Behinderten dieser Stadt. Der Magistrat hatte ihre Ernennung bereits im September vergangenen Jahres bestätigt, jedoch wurde wegen der Corona-Pandemie die Übergabe der Ernennungsurkunden immer wieder hinausgeschoben, bis sie jetzt vor dem Familienzentrum im Freien bei frühlingshaften Temperaturen endlich stattfand.

Sprechzeiten für Betroffene

Die ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten setzen sich für die Interessen der Menschen mit Behinderungen ein und bieten einmal monatlich im Familienzentrum, Gehrener Ring 5 (Zugang über den Stadtplatz), jeweils freitags von 9.30 bis 10.30 Uhr Sprechzeiten für Betroffene oder auch nur interessierte Bürger an. „Leider haben wir die Sprechstunden Coronabedingt seit März vergangenen Jahres aussetzen müssen“, entschuldigt Hartmann die lange Pause, aber gerade bei Vorerkrankten und Behinderten sei besondere Vorsicht geboten. Weil ihre Sprechstunde vor der Unterbrechung so gut nachgefragt war, hoffen die beiden auf ein schnelles Ende der Pandemie und die Fortsetzung ihres Angebotes.

„In den Sprechstunden, die wir immer zusammen abhalten, werden die unterschiedlichsten Dinge an uns herangetragen“, berichtet die 56-jährige ehemalige Erzieherin. Auch sie ist nach einem Verkehrsunfall seit 2006 gehbehindert und bezieht mittlerweile Rente.

„Meistens geht es bei den Fragen der Behinderten um Auskünfte zu gesetzlichen Leistungen, zur Erlangung der nächsthöheren Pflegestufe oder zu Rentenfragen. Da wir beide ebenfalls körperbehindert sind, können wir meist aus eigener Erfahrung berichten“, ergänzt Nalichowski. Der 74-jährige studierte Informatiker war schon zu seinen Berufszeiten Behindertenbeauftragter in seinem Unternehmen und kann deshalb auf lange Erfahrung zurückschauen.

Kontakte vermitteln und mit Rat zur Seite stehen

Auch wenn sich die meisten Fragen in ihren Sprechstunden im Familienzentrum um medizinische oder juristische Dinge handelt, so dürfen sie dazu nur bedingt Auskünfte erteilen. „Wenn die Fragen unserer Besucher zu speziell werden, dann verweisen wir sie schon aus haftungsrechtlichen Gründen entweder an den Fachdienst Soziales hier bei der Stadtverwaltung oder an eine andere Fachbehörde“, weist Hartmann auch gewisse Einschränkungen bei ihren Beratungen hin. Trotzdem merken die beiden, dass ihr Engagement bei den Besuchern gut ankommt. „Weil die Leute sich vor uns öffnen und sehr genau ihre eigenen Sorgen ansprechen, können wir ihnen auch helfen, indem wir ihnen Kontakte vermitteln, sie aus ihrer Einsamkeit erlösen oder auch nur mit einem Rat zur Seite stehen. Das ist die positive Seite unserer Arbeit“, so Nalichowski.

Es gibt aber auch eine andere Seite und die empfinden die Beauftragten persönlich sehr bedrückend. So könnten sie beispielsweise nicht helfen, wenn jemand an einer unheilbaren Krankheit wie etwa einem Tumor leide. „Da ist es schwer, diesen Menschen noch etwas Positives vermitteln zu wollen“, pflichtet Hartmann bei. Oftmals kommen in ihre Sprechstunde auch Ehepartner oder Familienangehörige, die mit der Situation zu Hause nicht zurechtkämen.

Viele Angebote wegen Corona ausgesetzt

Neben den monatlichen Sprechstunden bieten die beiden auch noch den „Treff Handicap“ an, wo sich Interessierte bei bürokratischen und gesundheitlichen Fragen austauschen können sowie die spezielle Sprechstunde „Schlaganfall“. Auf ihre Initiative hin wurde außerdem im Jahr 2018 der ehrenamtliche Runde Tisch Inklusion im Familienzentrum einberufen, an dem diejenigen teilnehmen können, die im Familienzentrum ehrenamtlich Sprechstunden im Bereich Soziales anbieten. All diese Angebote sind derzeit aber wegen der Corona-Pandemie ausgesetzt.

Auskunft zum Thema gibt es bei Christiane Marx, Familienzentrum, Gehrener Ring 5, z 06187 299-155 oder per E-Mail an christiane.marx@nidderau.de. Auch ein Kontakt mit den beiden Ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten ist über den Fachbereich Soziales möglich.

(Jürgen W. Niehoff)

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