+
Eine Menge Durcheinander herrscht in der Gruppenliga: Auf wie viele und welche Mannschaften die SG Bruchköbel und die SG Rosenhöhe Offenbach in der kommenden Saison treffen, ist derzeit alles andere als klar.

Vereine fordern endlich Klarheit

Diskussion um Aufstiegsregelung beim HFV - Es droht eine Gruppenliga mit 23 Mannschaften

  • schließen

Der Frankfurter Regionalbeauftragte Thorsten Bastian könnte als Klassenleiter der beiden Frankfurter Gruppenligen Ost und West bei der Spielplangestaltung vor einer Herkulesaufgabe stehen. Die Spielklassen könnten deutlich vergrößert werden.

Aufgrund der Verbandsempfehlung, wonach die aktuell wegen der Corona-Pandemie unterbrochene Saison 2019/20 abgebrochen und mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger gewertet werden soll, würden die Verbandsspielklassen ohnehin schon aufgebläht werden. Im Osten kämen 20 Teams zusammen, in der Weststaffel würden 19 Mannschaften an den Start gehen. Die jüngste Entwicklung, wonach juristisch geprüft wird, ob womöglich auch die Teams auf den Aufstiegsrelegationsplätzen ein Aufstiegsrecht bekommen sollen, löst bei Bastian Kopfschütteln aus.

Diskussion um Relegationsteilnehmer schien schon beendet

In der jüngsten Sitzung des Verbandsspielausschusses am vergangenen Freitag habe noch Einigkeit darüber geherrscht, dass im Sinne ausgewogen besetzter Spielklassen keine Relegationsteilnehmer hoch dürfen, doch tags darauf bei der Sitzung des Verbandsvorstands sei die Diskussion wieder aufgeflammt. Der Vorgang wird nun geprüft und bis zur nächsten virtuellen Vorstandssitzung des Hessischen Fußball-Verbandes am 6. Juni soll Klarheit bestehen, ob der ebenfalls virtuell abzuhaltende außerordentliche Verbandstag Mitte Juni über die zusätzlichen Aufsteiger entscheiden soll.

„Ich finde die Entwicklung sehr unglücklich, denn in den Kreiskonferenzen mit den Vereinen war bei den drei vorgestellten Szenarien nicht die Rede davon, dass die Teams auf den Relegationsplätzen aufsteigen können, und folglich konnten die Vereine darüber auch nicht abstimmen oder sich äußern“, so Bastian. Jetzt herrscht großes Rätselraten: Dürfen die Relegationsteilnehmer plötzlich hoch oder dann doch nicht? 

Immer noch keine Klarheit für die Vereine

Eine unsägliche Hängepartie für die Vereine, wo doch der Verband eigentlich für seine Klubs für Planungssicherheit sorgen wollte und mit dem Einbeziehen der kickenden Basis und der Mehrheitsentscheidung pro Saisonabbruch auch auf einem sehr guten Weg war. Die gänzliche Klarheit für alle Vereine und auch für die Klassenleiter ist nun nicht mehr gegeben, was auch in Kreisen der Verbandsfunktionäre für Unruhe sorgt.

Unglücklich über die jüngste Entwicklung sollen neben Bastian auch andere Kreisfußballwarte sein. Selbst die Lösung, bei Aufstiegsrunden eine Quotientenregelung anzuwenden, durchläuft eine juristische Prüfung. Für Bastian wäre dieses Modell das allerschlechteste. „Quervergleiche aus unterschiedlichen Ligen zu bilden, wäre wie Äpfel und Birnen miteinander zu vergleichen“, erklärt der Klassenleiter. Bei einer solchen Berechnung würden die auch schon anhand der Quotientenregelung ermittelten Vizemeister der beiden Frankfurter Gruppenligen hinsichtlich des Aufstiegs in die Röhre schauen. Der SC Dortelweil (Gruppenliga Frankfurt West) und die Sportfreunde Seligenstadt (Gruppenliga Frankfurt Ost) weisen den schlechteren Quotienten als der SV Dersim Rüsselsheim (Gruppenliga Darmstadt) auf. Eine Etage höher würde Nord-Verbandsligist SV Buchonia Flieden den SC 1960 Hanau (Süd) und Tuba Pohlheim (Mitte) ausstechen.

Natürlich hoffen die vom Quotienten niedriger klassierten Teams, dass am Ende alle Teams auf den Aufstiegsrelegationsplätzen nach oben rücken dürfen. Die vier ermittelten Vizemeister der Kreisoberligen, die als Aufsteiger für die Gruppenliga Frankfurt Ost infrage kommen, heißen Teutonia Hausen (Kreis Offenbach), FSV Bischofsheim (Kreis Hanau), FC Alemannia Gedern (Kreis Büdingen) und Ayyildizspor Wächtersbach (Kreis Gelnhausen). Den mit Abstand besten Quotienten des Quartetts weist der FCA Gedern auf.

Gruppenliga mit 23 Mannschaften droht

Wie er mit 23 Mannschaften einen vernünftigen Spielplan für die kommende Saison erstellen soll, darauf weiß Bastian keine rechte Antwort. Von einer Aufteilung der Spielklasse in zwei Hälften hält er nämlich nicht viel. „Das kann man vielleicht in einer B-Klasse machen, aber doch nicht auf Verbandsebene. Die Vereine haben ein Anrecht auf einen Spielplan, der ihren Anforderungen und Zielen entspricht.“ Zu berücksichtigen ist laut Bastian, dass durch den wahrscheinlich späteren Beginn im September ohnehin Spieltermine einer gewöhnlichen Runde wegfallen würden.

Auf eine Winterpause könne nicht verzichtet werden, da es die geografischen Verhältnisse im gesamten Bundesland zu berücksichtigen gelte. „Auf den Kunstrasenplätzen der Rhein-Main-Region kann man vielleicht das gesamte Jahr über spielen, aber nicht auf den Rasenplätzen in der Rhön, im Vogelsberg oder in Teilen Nordhessens“, meint Friedbergs Kreisfußballwart. Geht es nach Bastian, bleibt alles so wie zunächst angedacht und die Vereine auf den Relegationsplätzen müssen im kommenden Jahr einen neuen Anlauf in Sachen Aufstieg nehmen. Der Regionalbeauftragte denkt bei einem vermehrten Aufstieg und dem gleichzeitigen Aussetzen des Abstiegs auch an die untersten Spielklassen der Kreise, die, was ihre Ligastärke betrifft, ausbluten könnten.

Das könnte Sie auch interessieren