VfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen
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Hanaus Ehrenbürger Rudi Völler wurde am Ostermontag 60.

Rückblick auf die große HA-Serie im April

Ein Highlight des Jahres: Rudi Völlers 60. Geburtstag

  • Thorsten Jung
    vonThorsten Jung
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Rudi Völler ist einer der beliebtesten Fußballer aller Zeiten. Ihm verzeiht man auch, wenn er etwas lauter wird und schonungslos anspricht, was ihm nicht passt. „Ein richtiger Lamboyer“ ist er dann, sagen viele Hanauer Weggefährten.

Hanau - Hanaus Ehrenbürger ist am 13. April dieses Jahres 60 Jahre alt geworden. Aus diesem Grund hat der HA eine mehrteilige Serie über den Fußball-Weltmeister von 1990 veröffentlicht. Ich habe mit ihm, seinem Sohn, Wegbegleitern des TSV 1860 Hanau, von Werder Bremen und Bayer Leverkusen gesprochen. Die Serie kam bei unseren Lesern so gut an, dass wir sie verlängerten und auch Leser von ihren Erinnerungen an Rudi Völler berichteten. Deutschlandweit wurde über Rudis Geburtstag großflächig berichtet.

Kicken in Hanauer Hinterhöfen

Der Jubilar selbst bezeichnete sich im großen HA-Geburtstagsinterview als „Ur-Hanauer“, dessen erster Spielort die Lamboystraße gewesen ist: „Erst waren es die Hinterhöfe vor den Garagen, dann der Platz bei der Gebeschusschule.“

Genau diese Plätze schauten wir uns mit Margret Härtel an. Sie wuchs im gleichen Viertel auf und führte uns durch das Lamboygebiet, wo Völler aufwuchs. Die frühere Oberbürgermeisterin erzählte von einer Rauferei mit Rudis älterem Bruder Dieter: „Später wurde erzählt, ich hätte mich mit Rudi gekloppt. Das war aber nicht so!“

Schon als Baby auf dem 1860-Sportplatz

Bei Völlers erstem Verein, dem TSV 1860 Hanau, erinnert man sich, dass Rudi schon im Kinderwagen auf dem Sportplatz war und später den Spitznamen „Gipser“ trug. Dieter Neidhardt, Hagen Hartmann und Willy Loos erzählen gerne vom großen Star ihres Vereins, dessen Sportgelände seit 2002 Völlers Namen trägt.

Einige der Sechziger erinnern sich auch gerne an einen Besuch in Rom, wo sie mit Rudi einen feuchtfröhlichen Abend verlebten.

Rudi Völlers kurioser Unfall

Konrad Kurjak, der mit Völler in der Jugend des TSV 1860 Hanau kickte, berichtete von einem kuriosen Autounfall des späteren Weltmeisters: „Rudi hatte gerade den Führerschein, als er mit seinem Ford Escort in die Eingangstür eines Bekleidungsgeschäfts gefahren ist.“ Schon bald wechselte Rudi Völler zu Kickers Offenbach.

Der ehemalige Bremer Bundesligaspieler Michael Kutzop, der jahrelang Völlers Fußballschule auf Mallorca leitete, ist Patenonkel von Völlers Sohn Kevin. Eine der Anekdoten, die er erzählte, drehte sich um Mutter Ilses Fleischsalat, den er zu einem Besuch bei Rudi im Auto von Hanau nach Marseille brachte. „Rudi hat ihn genussvoll gegessen. Am nächsten Morgen war er käseweiß und ihm ging es gar nicht gut.“

Ein Volksheld in Bremen, ein Normalo zu Hause

Thomas Schaaf und Thomas Wolter plauderten aus der gemeinsamen Werder-Zeit: „Rudi war in Bremen der Volksheld“ und „ein großes Schlitzohr“. Im Bürgerpark habe er bei Laufeinheiten jede Abkürzung gekannt.

Rudi Völlers Sohn Marco, der einst für die Hanau White Wings Basketball spielte und heute bei Bundesligist Frankfurt Skyliners unter Vertrag steht, erzählte aus seiner Kindheit und verriet, dass „Papa gerne auf der Couch liegt“.

Eng mit Hanau verbunden

Im Interview mit Reiner Calmund drehte sich vieles um die Kochkünste von Rudis Frau Sabrina. Der Ex-Manager von Bayer Leverkusen hatte Völler 2002 nach Hanau begleitet, als er dort die Ehrenbürgerwürde verliehen bekam. „Seine Bindung zur Heimat ist sehr groß, da ist er auf jeden Fall der Rudi von früher, völlig normal und bodenständig.“

Das Attentat nahm Rudi Völler sehr mit

Rudi Völler ist Hanauer, vergisst seine Herkunft nie. Das bewiesen die Recherchen zu seinem 60. Geburtstag wieder einmal deutlich. Auch als ich ihn zum großen Geburtstagsinterview traf. Völler hatte im Rahmen des Europapokalspiels von Bayer gegen Porto nach Leverkusen geladen. Es war der Abend nach dem fürchterlichen Attentat in seiner Heimatstadt.

Das schreckliche Ereignis beschäftigte ihn, sogar aus Rom hatte er Medienanfragen erhalten. „Mein Bruder hat nicht weit von der Shisha-Bar gewohnt, in der das erste Attentat passierte. Da sind ein paar Parkplätze, von denen aus ich oft zu seiner Wohnung ging, wenn ich ihn besuchte. Man kennt sich aus, es ist der Geburtsort, die Stadt, in der man aufgewachsen ist. Das nimmt einen mit.“

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