Jetzt in der Oberliga: 2018 spielte Andreas Neumann für die HSG in der 3. Liga, nun ist er im B-Team am Ball. 
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Jetzt in der Oberliga: 2018 spielte Andreas Neumann für die HSG in der 3. Liga, nun ist er im B-Team am Ball. archiv

Interview

Der Routinier ist zurück: Andreas Neumann will jungem Team der HSG Hanau II mit seiner Erfahrung helfen

  • vonRobert Giese
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Hanau – Einen Transfercoup der besonderen Art landete Norbert Wess, der Trainer der zweiten Mannschaft der HSG Hanau, indem er Andreas Neumann für den Kader des Oberliga-Aufsteigers gewinnen konnte. Wir haben mit dem Handball-Routinier über seine Rolle im Team, die besondere Rückfahrt nach dem Gewinn der deutschen Hochschulmeisterschaft und seine Erinnerungen an Syrien gesprochen.

Herr Neumann, mit 39 Jahren haben die meisten Handballer ihre Schuhe schon an den Nagel gehängt, Sie hingegen spielen noch einmal Oberliga bei der HSG Hanau II – wie kam es dazu?
Eigentlich habe ich meine Karriere ja schon vor ein paar Jahren beendet, bin bei Verletzungsproblemen aber immer wieder mal in der Drittliga-Mannschaft der HSG eingesprungen und habe auch ein- oder zweimal pro Woche mittrainiert. Vor der Saison hat Norbert mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, in der zweiten Mannschaft zu spielen, und da der Sport ein guter Ausgleich zu meinem Beruf ist und es im Team mehr Spaß macht als alleine, habe ich zugesagt. So lange der Körper mitmacht, spricht nichts dagegen, und mir macht das großen Spaß.
In Ihrer langen Karriere waren Sie bei mehreren Vereinen – mit welchem verbinden Sie Ihre schönste Erinnerungen?
Das war in Groß-Bieberau, wo ich acht Jahre gespielt habe. Wir sind zweimal aufgestiegen, haben in der 2. Bundesliga gespielt und in all der Zeit ist die Mannschaft größtenteils zusammengeblieben. Diese familiäre Atmosphäre dort war schon etwas Besonderes.
Erfolge haben Sie aber auch auf internationaler Ebene gefeiert, zum Beispiel mit der Bronze-Medaille bei den Militär-Weltmeisterschaften 2001. Ein besonderes Erlebnis?
Auf jeden Fall. Ich war damals in der Sportfördergruppe der Bundeswehr, als die Militär-WM in Syrien stattfand. Das war nicht nur sportlich, sondern auch kulturell eine unglaubliche Erfahrung: Einerseits haben wir in der Halle vor 12 000 Zuschauern gespielt, andererseits hatten wir aber auch Zeit, uns all die kulturellen Sehenswürdigkeiten anzuschauen, die inzwischen leider größtenteils zerstört sind, was wahnsinnig schade ist.
Auf nationaler Ebene haben Sie 13 Jahre später sogar einen Titel geholt und wurden deutscher Hochschulmeister. Wie sind Ihre Erinnerungen daran?
Das war mit der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung, wir hatten uns damals im Vorfeld eigentlich keine großen Chancen ausgerechnet und sind unbefangen nach Berlin gefahren. Aber wie es manchmal so kommt, haben wir uns dann durchgesetzt und konnten den Titel auf der Heimfahrt feiern – auf der lief übrigens auch das Fußball-WM-Finale. Die Verlängerung haben wir auf einem Rastplatz sehen müssen, weil während der Fahrt ständig die Übertragung abgerissen ist.
Zurück zur Gegenwart: Wie sehen Sie Ihre Rolle im Team und was ist für die HSG Hanau II als Aufsteiger möglich?
Noch einmal aufsteigen können wir jedenfalls nicht, denn unsere erste Mannschaft spielt ja schon in der 3. Liga. Ich denke, dass ein Platz im Mittelfeld für uns möglich sein sollte und dass wir außerdem die Talente so integrieren, dass sie vielleicht eine Option für das Drittliga-Team werden. Ich selbst möchte den jungen Spielern dabei gerne mit meiner Erfahrung helfen und ihnen Rückhalt geben. Ich werde sicher keine 60 Minuten durchspielen, aber ich denke, dass ich der Mannschaft gerade in der Abwehr weiterhelfen kann.

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