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Vorbildlich: Die Hochstädter Kicker machen es vor. Bei Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen darf trainiert werden.

Amateurfußballer dürfen eingeschränkt trainieren

Das müssen Fußballer beim Training jetzt beachten - Kein Desinfektionsmittel für Trainingsutensilien notwendig

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In Hessen sind die Sportanlagen wieder für den Trainingsbetrieb geöffnet. Auch die Fußballer können wieder loslegen – allerdings nur unter bestimmten Vorgaben, um die weiterhin vorhandene Infektionsgefahr mit dem Coronavirus möglichst gering zu halten.

Update 14. Mai:

Der Hessische Fußball-Verband hat seine Empfehlungen an die Vereine bei geplanten Wiederaufnahmen des Fußballtrainings angepasst. Konkret geht es um die Hygienemaßnahmen bei Verwendung von Trainingsutensilien und Bällen.

Hieß es in der ersten Ausgabe der Online-Publikation „HFV kompakt online“ noch, dass Bälle und Trainingsmaterialien vor und nach Verwendung von dem verantwortlichen Übungsleiter desinfiziert werden müssen, so verweist der HFV nun auf eine Aussage des Gesundheitsamtes Gießen, wonach die Reinigung von Trainingsutensilien (Bälle, Hütchen, Torwarthandschuhe) mit Hilfe einer Bürste mit Wasser und Seife empfohlen wird und hierfür kein Desinfektionsmittel notwendig ist.

Auch Gastronomiebereiche dürfen öffnen

Darüber hinaus ist der Punkt zur Schließung der Gastronomiebereiche gelöscht, da nach der aktuellen Corona-Verordnung der Hessischen Landesregierung die Gastronomie ab dem morgigen Freitag wieder öffnen darf. „Auch der HFV wünscht sich schnellstmöglich normale Verhältnisse auf den Sportplätzen und den gewohnten Spielbetrieb. Da dies jedoch aktuell noch nicht möglich ist, versucht der HFV mit erwähnten Empfehlungen mögliche praktische Lösungswege für eine Umsetzung aufzuzeigen“, heißt es in der Mitteilung des Verbandes.

Für diejenigen Fußballvereine, die trotz der aktuellen Wettbewerbspause kontaktloses Fußballtraining unter Wahrung von Abstandsgeboten und Hygienemaßnahmen anbieten möchten, dürfte der Verweis, dass für Trainingsutensilien kein Desinfektionsmittel verwendet werden muss, zumindest eine nicht unerhebliche Kostenersparnis bedeuten.

Artikel 9. Mai:

In erster Linie gilt es, das Abstandgebot zu wahren, eineinhalb bis zwei Meter sollen bei den kontaktfreien Übungseinheiten zwischen den Teilnehmern liegen. Folglich sind Trainingsspiele vorerst tabu. Jugend- und Seniorenmannschaften, die wieder mit dem Übungsbetrieb beginnen wollen, haben eine Reihe an Hygienemaßnahmen zu beachten.

Verantwortliche müssen einige Hürden überwinden

Der Sportliche Leiter des Hessischen Fußball-Verbandes, Dirk Reimöller, hat in Zusammenarbeit mit dem Ausschuss für Qualifizierung und Vereinsentwicklung wichtige Umsetzungsregeln erstellt. Sie zeigen, dass die Durchführung eines Fußballtrainings in diesen Tagen für die Verantwortlichen und die Spieler ein Überwinden von Hürden bedeutet.

„Es ist sinnvoll, dass wir Fußballer wieder an die frische Luft dürfen, doch die Voraussetzungen für ein Training sind sehr kompliziert und für einen normalen Fußballverein im Amateurbereich nur schwer zu erfüllen“, sagt Dirk Vereeken. Hanaus Kreisfußballwart denkt aber trotzdem, dass einige Vereine das Angebot nutzen werden. „Lauftraining und ein paar Bälle zuspielen ist zwar möglich, auch wenn das eher nur Beschäftigungstherapie ist.“

Wir haben aus dem Empfehlungskatalog von Dirk Reimöller die markanten Punkte zusammengefasst.


Wie soll die Anreise zum Sportgelände erfolgen?

Möglichst zu Fuß oder dem Rad. Wird mit dem Auto angereist, soll auf Fahrgemeinschaften verzichtet werden. Nutzen die Fußballer öffentliche Verkehrsmittel, sollte vor der Abreise die Kleidung gewechselt werden.

Umziehen im Auto oder im Freien

Umkleideräume und Duschen bleiben geschlossen. Was passiert mit durchnässten oder verschwitzten Trainingsklamotten? 

Der Kleiderwechsel soll möglichst im Auto oder im Freien erfolgen. Die Vereine werden angehalten sichtgeschützte Bereiche im Freien vorzuhalten, in denen unter Einhaltung des Abstandsgebots ein Kleidungswechsel möglich ist.

Was sollten die Vereine vorhalten?

Desinfektionsmittel am Eingang und auf den Toiletten sowie einen Wasseranschluss im Außenbereich, damit sich die Spieler dort vor dem Training die Hände waschen können.

Welche Hygieneregeln sind von den Spielern neben dem Abstandsgebot einzuhalten?

Händewaschen und Desinfizieren vor dem Trainingsstart. Verzicht auf jegliches Abklatschen oder Händeschütteln. Nach einem Toilettengang soll der Spieler die Toilette desinfizieren.

Bälle und Trainingsgeräte müssen desinfiziert werden

Welche Hygieneregeln sind von den Trainern zu beachten?

Vor und nach dem Training müssen Bälle und Trainingsgeräte desinfiziert werden. Ausgeteilte Leibchen sind mit Einweghandschuhen einzusammeln und umgehend bei 60 Grad zu waschen. Trainingsmaterialien sollen zudem unzugänglich für Unbefugte aufbewahrt werden.

Leibchen dürfen nur mit Handschuhen herausgegeben werden und müssen nach dem Training gewaschen werden.

Was müssen die Trainer schriftlich nachhalten?

Es sind akribische Anwesenheitslisten zu führen, um mögliche Infektionsketten besser nachvollziehen zu können. Außerdem sind Checklisten mit Symptomen zu führen. Sollten bei einem Spieler oder innerhalb dessen Haushalts Krankheitssymptome wie Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Fieber, Atemnot, Muskelschmerzen, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Durchfall auftreten, nimmt der Spieler nicht am Training teil. Nach einem positiven Coronavirus-Test eines Spielers oder innerhalb dessen Haushalt sind 14 Tage Trainingspause einzuhalten.

Kopfbälle und Einwürfe sind nicht erlaubt

Sind Kopfbälle erlaubt?

Nein. Ebenso keine Ein- und Zuwürfe. Der Ball soll nicht in die Hände genommen werden, sondern nur mit dem Fuß auf dem Trainingsgelände bewegt werden.

Welche Übungen sind möglich?

Empfohlen sind Athletik- und Individualtraining sowie Ballübungen ohne Gegenspieler. Stations- und Koordinationstraining ebenso. Torschüsse sind bei Berücksichtigung der Abstandsregel ebenfalls möglich.

Auf was müssen Torleute achten?

Die Torwarthandschuhe sind während des Trainings wiederholt zu desinfizieren. Die Torleute sollten ihr Gesicht nicht mit den Handschuhen berühren und diese auch keinesfalls mit Speichel befeuchten.

Verband empfiehlt nicht mehr als 20 Spieler auf dem Platz

Gibt es Beschränkungen bei der Größe der Trainingsgruppe?

Nein. Der Verband empfiehlt jedoch in kleinen Gruppen zu trainieren und aufgeteilt auf das gesamte Spielfeld nicht mehr als 20 Spieler (zehn je Spielhälfte) zu beschäftigen.


Was ist mit den jüngsten Altersklassen?

Der Verband empfiehlt, dass die Vereine den Trainingsbetrieb zunächst für die Altersstufen U12 und älter aufnehmen sollten. Bei den jüngeren Altersstufen soll abgewartet werden, bis die Kinder etwa zweiwöchige Erfahrungen im Umgang mit den Hygiene- und Abstandsregeln in der Grundschule oder der Kita gemacht haben.


Die Vereine im Kreis Hanau würden die Saison gerne fortsetzen.

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