Auf dem Amerikafeld an der Otto-Hahn-Straße wurden Areale abgesteckt, das sorgte für Spekulationen. Dort sollen aber Naturschutzmaßnahmen stattfinden.
+
Auf dem Amerikafeld an der Otto-Hahn-Straße wurden Areale abgesteckt, das sorgte für Spekulationen. Dort sollen aber Naturschutzmaßnahmen stattfinden.

Zuhause für Eidechsen wird geschaffen

Arbeiten auf dem Amerikafeld in Hanau-Steinheim sorgen für Spekulationen

  • vonHolger Hackendahl
    schließen

Für Irritationen haben Baggerarbeiten und Gehölzrückschnitt auf dem Areal gegenüber der Firma Model Kramp an der Otto-Hahn-Straße in Steinheim gesorgt. Dort waren Flächen auf dem geschützten Sandmagerrasen mit einem Dutzend rotmarkierter Holzpflöcke abgesteckt worden. Darauf wurden Kleingärtner aufmerksam.

Hanau - Spekulationen schossen ins Kraut, unter anderem über einen angeblichen Parkplatz-Bau im FFH-Naturschutzgebiet. Stimmt alles nicht. Eine Anfrage bei der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt ergab, dass die 5500 Quadratmeter große, überwiegend im Eigentum der Stadt befindliche Fläche an das FFH-Naturschutzgebiet angrenzt, aber nicht direkt dazugehört, so Dieter Zuth von der Naturschutzbehörde bei der Stadt.

Die vorgesehenen Maßnahmen dienten der Verbesserung von geschützten Lebensräumen. Auf dem Sandmagerrasen habe sich die Vegetationsdecke verdichtet, dazu das Nährstoffniveau erhöht. Dem will man entgegenwirken. Gleichzeitig solle ein dauerhafter Lebensraum für Zauneidechsen hergestellt werden, so Zuth. „Es sind keine Baumaßnahmen vorgesehen. Es werden Pflegearbeiten ausgeführt und gleichzeitig Habitat-Strukturen für die geschützte Zauneidechse angelegt.“ Die Maßnahmen würden von der Naturschutzbehörde begleitet und von einer „ökologischen Bauleitung“ (Fachgutachter) betreut.

Zauneidechsen sollen aufs Amerikafeld umgesiedelt werden

Nach Informationen unserer Zeitung sollen die auf dem Areal des geplanten Indoor-Funpark-Spielplatzes am Rondo-Kreisel lebenden, wohl mehrere Dutzend Zauneidechsen auf das Amerikafeld umgesiedelt werden. Auf zwei Flächen, unterbrochen durch Grundstücke im Privatbesitz, sollen die artgeschützten Reptilien ein neues Zuhause finden.

Hierzu wurden bereits zwei Löcher gebaggert. Diese sollen, mit Steinen gefüllt, Rückzugs- und Brutmöglichkeit für die umgesiedelten Echsen werden, sagt ein Projektbeteiligter. Die nördliche Fläche des neuen Eidechsen-Areals ist knapp 2400 Quadratmeter groß, die südliche 2100 Quadratmeter, heißt es.

Mit Naturschutzbehörde abgestimmt

„Die Arbeiten finden auf städtischen Grundstücken statt. Zur Verbesserung der Strukturen mussten im ersten Schritt aufkommende Zwetschgengehölze sowie ein Brombeergebüsch beseitigt werden. Dieser Bewuchs schädigt die geschützten Sandmagerrasen und Pfeilgraswiesen“, erläutert Dieter Zuth. „Diese Arbeiten werden von der UNB begleitet und es liegt ein Fachkonzept vor.“

Die Pflege- und Entwicklungsarbeiten seien mit der Oberen Naturschutzbehörde abgestimmt, teilt Zuth weiterhin mit. Dort, so ergab eine Nachfrage, wusste man indes nichts von der Maßnahme, so Nina Lipp, Pressesprecherin des Regierungspräsidiums Darmstadt.

Prüfung soll Artenschutz gewährleisten

Auch der zuständige Naturschutzgebietsbetreuer Günther Hunold zeigte sich überrascht von den Maßnahmen, zumal diese mitten in der am 1. März begonnenen Brut- und Setzzeit stattfinden. Er sagte, er wolle sich „das schnellstmöglich vor Ort anschauen“. Die Planung sei erst Mitte Februar fertiggestellt worden, somit habe keine weitere Information erfolgen können, rechtfertigt Zuth, dass die Untere Naturschutzbehörde nicht zuvor die Öffentlichkeit oder den Steinheimer Ortsbeirat informiert habe.

Ein „Bauschild“, das interessierten Bürgern die Maßnahme beziehungsweise den Eingriff erklärt, sei „nicht aufgestellt worden, da es sich nicht um eine Baustelle handelt“. Die Arbeiten, so Zuth, würden von einem Fachgutachter „Artenschutz“ begleitet. Das Herausziehen von Baumstümpfen oder das Abschieben des Oberbodens würden jeweils direkt nach der gutachterlichen Freigabe durchgeführt. Eine regelmäßige Prüfung der Arbeiten solle gewährleisten, dass der Artenschutz eingehalten werde.

Auf dem Gelände bauen derzeit auch Erdbienen ihre Bruthöhlen.

Von Holger Hackendahl

Erdbienen haben auf dem Gelände auf dem Amerikafeld Bruthöhlen gebaut.

Das könnte Sie auch interessieren