Ein Flugzeug der Airline Fly Egypt hat bei der Ankunft in Frankfurt am Main am Flughafen einen Radschaden erlitten. (Symbolbild)
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Ein Flugzeug der Airline Fly Egypt hat bei der Ankunft in Frankfurt am Main am Flughafen einen Radschaden erlitten. (Symbolfoto)

Flugverkehr

Schock kurz nach Landung am Frankfurter Flughafen – Passagiere üben heftige Kritik an Airline

  • Melanie Gottschalk
    VonMelanie Gottschalk
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  • Anna Charlotte Groos
    Anna Charlotte Groos
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Nach der Landung eines aus Hurghada kommendes Flugzeug am Flughafen in Frankfurt kommt scharfe Kritik an der Airline auf.

Frankfurt – Ein Flugzeug, das am Freitag (08.10.2021) von Hurghada in Ägypten nach Frankfurt* geflogen ist, hat bei der Ankunft am Flughafen Frankfurt* einen Radschaden erlitten. Dies berichtete das auf Flugunfälle spezialisierte Portal The Aviation Herald. Bei der Maschine handelte es sich um eine Boeing 737-800 der Airline Fly Egypt mit der Registrierung SU-TMJ.

Die Boeing landete auf der Frankfurter Landebahn 07R, verließ die Landebahn über den Rollweg M13 auf den Rollweg M und rollte zum Vorfeld. Eine Inspektion nach dem Flug ergab, dass sich die äußere rechte Hauptradnabe in eine linke und eine rechte Hälfte geteilt hatte, wobei die linke Hälfte unter und gegen die Hauptzahnradstrebe verkeilt war, so The Aviation Herald.

Flughafen Frankfurt: Boeing 737-800 von Hurghada nach Frankfurt – Vogelschlag bei der Ankunft

Von der Cockpit-Crew selbst habe es keinerlei Meldungen über einen Schaden gegeben, teilte ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen auf Anfrage mit. „Wir haben dann erst vom Flughafen gehört, als die Maschine gelandet war, dass ein Follow-Me-Fahrzeug, das gerade in der Nähe stand, etwas gesehen hat“, sagte ein Sprecher. Das Lotsenfahrzeug am Flughafen Frankfurt habe demzufolge einen möglichen Vogelschlag beobachtet. Dies sei entweder kurz vor oder kurz nach dem Aufsetzen des Flugzeugs passiert.

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Daraufhin sei ein weiteres Flughafenfahrzeug in Bewegung gesetzt worden, um die Strecke abzufahren. Dabei wurden Plastikteile und Gummiteile, die sich vom Reifen der Maschine abgelöst hatten, entdeckt. Es handele sich bei der Schadensursache daher möglicherweise um eine Kombination aus dem Vogelschlag und einem Schaden am Fahrwerk, so der Sprecher der Deutschen Flugsicherung.

Flughafen Frankfurt: Passagiere kritisieren Kommunikation der Airline

Das Flugzeug konnte den Rückflug nach Hurghada zunächst nicht starten. Diesbezüglich kritisierte ein anonymer Nutzer auf dem Portal The Aviation Herald die Kommunikation der Airline mit den Passagieren: „Sie mussten bis 21 Uhr im Gate warten, bevor sie die offizielle Benachrichtigung erhielten, dass der Flug auf den nächsten Morgen um 6:15 Uhr verschoben wird. Leider war auch dies eine Fehlkommunikation, da das Bording erst um 07:30 Uhr war. Es kann immer etwas passieren, aber diese Politik der Nichtkommunikation ist ein No-Go.“

Diese Darstellung bestätigt auch eine vierköpfige Familie, die ebenfalls in dem Flugzeug saß. Sie haben sich per E-Mail an unsere Redaktion gewendet und ihre Sicht der Dinge geschildert. „Wir schließen uns dem Artikel an, über die deutlichen Missstände der Kommunikation zwischen Airline, Fraport und uns Passagieren“, heißt es in der Mail.

Der Flughafenbetreiber Fraport und die Fluggesellschaft FlyEgypt hätten nicht miteinander kommuniziert, da sich nach Darstellung der Familie die Fluggesellschaft nicht kooperationsfähig zeigte, weshalb keine Informationen an die Passagiere weitergeleitet wurden.

Flughafen Frankfurt: Passagieren wird Zugriff auf Gepäck verweigert

Man habe den Passagieren laut Schilderungen der Familie für den verschobenen Flug von 17.45 Uhr auf 6.15 Uhr am nächsten Morgen zwei Möglichkeiten gegeben: „1. Möglichkeit: keine Verpflegung und Übernachtungsmöglichkeit vor Ort, Verpflegung nur im Rahmen der Öffnungszeiten der vorhandenen Geschäfte, keine Erstattung seitens der Airline. 2. Möglichkeit: eine Übernachtung in einem Hotel in Wiesbaden ohne Transfer hin und zurück auf Kosten der Airline und keine bezahlte Verpflegung im Hotel“, schreiben sie in ihrer E-Mail.

Darüber hinaus sei den Passagieren zwischen 17.45 Uhr und 6.15 Uhr jede Möglichkeit auf den Zugriff auf das eigene Gepäck verwehrt worden, „obwohl zum Teil Medikamente benötigt wurden und sehr viele kleine Kinder anwesend waren, welche Essen, Trinken und weitere Sachen benötigt hätten, welche durch die unerwartete sehr lange Verspätung nicht Teil des Handgepäcks waren“, schreibt die Familie.

Die Familie erhoffe sich durch die Kontaktaufnahme mit dieser Zeitung, „dass nicht noch weitere Passagiere, welche auf diese Airline angewiesen sind, diesen Missständen ausgesetzt werden.“ (Anna Charlotte Groos/Melanie Gottschalk) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auf einem Flug von London nach Kochi, ebenfalls mit einer Boeing 737, kam es erst kürzlich zu einer Notlandung am Flughafen Frankfurt: Eine Frau bekam ihr Baby im Flugzeug.

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