News-Ticker zur militärischen Lage

Ukraine: Kampf um Schlangeninsel tobt - Kiew bereitet Prozesse gegen 41 mutmaßliche Kriegsverbrecher vor

  • VonBedrettin Bölükbasi
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  • Patrick Mayer
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Im Ukraine-Krieg meldet die Ukraine neue Erfolge um die Schlangeninsel. Derweil stationiert Russland das moderne Flugabwehr-System Pantsir auf der Insel. Der News-Ticker.

Update vom 14. Mai, 10.00 Uhr: Nach ukrainischen Angaben haben russische Truppen erneut die Industriezone in Mariupol beschossen. Der Mariupoler Stadtratsabgeordnete Petro Andrjuschtschenko teilte am Samstag (14. Mai) im Nachrichtenkanal Telegram mit, dass es Angriffe aus der Luft und am Boden gegeben habe. „Die Grausamkeit des Feindes nimmt zu“, schrieb er. Es würden nicht nur die Verteidiger von Mariupol selbst angegriffen, sondern auch ihre Familien. Diese Informationen lassen sich aktuell nicht unabhängig überprüfen.

Die ukrainische Regierung hatte zuletzt bekannt gegeben, mit Russland zu verhandeln, um die Verteidiger von Mariupol aus der Industriezone herauszuholen. Dies gestalte sich allerdings schwer, hieß es zuletzt. Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk sagte am Samstag (14. Mai), es gehe aktuell um Verhandlungen für 60 Menschen, darunter verletzte Kämpfer und medizinisches Personal. „Dort sind einige Hundert Verletzte, sie müssen zuerst gerettet werden, weil die Russen für alle auf einmal keine Zustimmung erteilen“, teilte sie mit.

Wladimir Putin hatte die Kämpfer der Hafenstadt Mariupol aufgefordert, die Waffen niederzulegen und sich in Gefangenschaft zu begeben. Die Männer und Frauen, die sich in dem Stahlwerk verschanzt haben, lehnten eine Kapitulation allerdings mehrmals ab.

Ukrainischer Geheimdienst: Ende des Krieges Mitte August

Update vom 14. Mai, 07.54 Uhr: Mit einer überaus optimistisch klingenden Prognose überrascht der Chef des Militärgeheimdienstes der Ukraine. Generalmajor Kyrylo Budanow sagte in britischen Medien ein Kriegsende Mitte August voraus, und berichtete von einem Plänen eines Putsches gegen Putin in Russland.

„Spätestens Mitte August komme es zu einer Wende an den Fronten“, sagte Budanow, „der Wendepunkt kommt in der zweiten Augusthälfte.“ Bis Ende des Jahres werde die Ukraine wieder alle Gebiete kontrollieren, auch die Halbinsel Krim. Zudem erwartet Budanow erwartete im Interview zudem große Änderungen im Kreml. Seiner Ansicht nach sei ein Putsch gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin bereits im Gang. Beweise für seine Behauptungen legte er allerdings nicht vor.

Ukraine-Krieg: Regierung bereitet 41 weitere Verfahren gegen mutmaßliche Kriegsverbrecher vor

Update vom 14. Mai, 06.34 Uhr: Im Ukraine-Krieg bereitet die Regierung in Kiew 41 weitere Verfahren gegen mutmaßliche Kriegsverbrecher aus Russland vor. Das berichten mehrere Medien in Berufung auf die Nachrichtenagentur AP. Im ukrainischen Fernsehen sagte Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa: „Es geht um die Bombardierung ziviler Infrastruktur, die Tötung von Zivilisten, Vergewaltigungen und Plünderungen.“ Der erste Kriegsverbrecherprozess hatte am Freitag gegen eine 21-jährigen Russen in Kiew begonnen.

Ukraine-Krieg: Laut Ukraine feuert Russland täglich 10 bis 14 Marschflugkörper auf zivile Ziele

Update vom 13. Mai, 17.49 Uhr: General Walerij Saluschnyj, der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, berichtet, dass Russland täglich 10 bis 14 Marschflugkörper auf zivile Infrastruktur in der Ukraine abfeuere. Das besprach der General auch mit seinem US-Amtskollegen Mark A. Milley, wie er auf Telegram mitteilte. Es handele sich dabei um X-22-Überschall-Anti-Schiffs-Marschflugkörper. Laut Saluschnyj sei Russland zu dieser Strategie übergegangen, um den Einsatz von Flugzeugen zu vermeiden, denn die russische Luftflotte habe schwere Verluste erlitten.

Russland stationiert modernes Flugabwehr-System Pantsir auf Schlangeninsel

Der ukrainische Militärgeheimdienst verfügt ukrainischen Medien zufolge über Daten über Russlands Stationierung des Luftverteidigungs-Raketensystems Pantsir und des Boden-Luft-Raketensystems Tor-M2 auf der Schlangeninsel im Schwarzen Meer. Die Systeme sollen Russlands Kurzstrecken-Luftverteidigung sichern. Auch auf den von Maxar Technologies bereitgestellten Satellitenbildern sind auf der Schlangeninsel neben zerstörten Gebäuden und Helikoptern auch Fahrzeuge eines der modernsten russischen Flugabwehr-Systemen Pantsir zu sehen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. 

Ukraine-Krieg: Russland soll 1,2 Millionen Menschen verschleppt haben

Update vom 13. Mai, 15 Uhr: Seit Beginn des Ukraine-Kriegs soll Moskau nach US-Angaben zehntausende Ukrainerinnen und Ukrainer gewaltsam verschleppt haben. Allein aus der belagerten Hafenstadt Mariupol seien tausende Menschen nach Russland oder in russisch kontrolliertes Gebiet gebracht worden, sagte der US-Botschafter bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Michael Carpenter, in Wien.

Die ukrainische Regierung schätzt die Zahl der verschleppten Ukrainer gar auf knapp 1,2 Millionen. Darunter sollen sich nach Angaben der Ombudsfrau Lyudmyla Denisowa auch mindestens 200.000 Kinder befinden. Diese Angaben sind nicht überprüfbar, Russland äußert sich nicht dazu.

Nach Angaben Kiews betreibt Moskau zudem sogenannte Filtrationslager, in denen festgenommene Ukrainer verhört werden. Augenzeugen hätten von „brutalen Verhören“ in diesen Lagern berichtet, sagte US-Diplomat Carpenter. Diese Verhöre sowie die Zwangsverschleppungen kämen Kriegsverbrechen gleich. Der UN-Menschenrechtsrat hatte am Donnerstag mit überwältigender Mehrheit für eine Untersuchung mutmaßlicher russischer Kriegsverbrechen in der Ukraine gestimmt.

Ukraine-Krieg: Mehrere Tote im Osten

Update vom 13. Mai, 13.50 Uhr: In den ostukrainischen Gebieten Charkiw und Luhansk sind Behördenangaben zufolge mehrere Menschen infolge von Kämpfen getötet worden. Im Charkiwer Gebiet wurden Angaben des Zivilschutzes zufolge nach der Löschung eines Hallenbrandes drei Männer tot aufgefunden. Fünf weitere seien verletzt worden. In die Halle in der Ortschaft Schebelynka im Kreis Isjum war am Vortag ein Geschoss eingeschlagen und hatte den Brand ausgelöst.

Im benachbarten Luhansker Gebiet informierte der Militärgouverneur Serhij Hajdaj über zwei durch russischen Beschuss getötete Zivilisten aus Lyssytschansk und Solote. Am nördlichen Rand von Sjewjerodonezk sei dabei zum zweiten Mal seit 2014 eine Brücke über den Fluss Borowa zerstört worden. Hajdajs Aussagen zufolge wurden in den umkämpften Teilen des Luhansker Gebiets fast 60 weitere Häuser zerstört. 

Ukraine-Krieg: Russland will ukrainische Ölraffinerie angegriffen haben

Update vom 13. Mai, 11.50 Uhr: Russlands Militär hat eigenen Angaben zufolge eine Ölraffinerie im zentralukrainischen Gebiet Poltawa angegriffen. Am Stadtrand von Krementschuk seien Produktionsanlagen sowie Tanks mit Benzin und Diesel zerstört worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Die Angaben konnten zunächst nicht überprüft werden. Insgesamt hätten Russlands Streitkräfte in der vergangenen Nacht mehr als 150 Ziele in der Ukraine aus der Luft angegriffen, sagte Konaschenkow. Alleine im ostukrainischen Gebiet Charkiw seien darüber hinaus mehr als 500 militärische Ziele mit Raketen beschossen worden. 

Ukraine-Krieg: Kampf um Rubischne - russisches Militär könnte Stadt erobert haben

Update vom 13. Mai, 9.45 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs auf Facebook fokussieren russische Einheiten im Ukraine-Konflikt ihre Bemühungen auf die vollständige Kontrolle der Stadt Rubischne im ostukrainischen Oblast Luhansk. Der US-Sender CNN berichtet nun unter Berufung auf Berichte aus der Region, dass das ukrainische Militär die Kontrolle über die Stadt an die russische Armee verloren haben könnte. Eine Brücke zwischen Rubischne und dem benachbarten Sjewjerodonezk sei zerstört worden. Dies deute darauf hin, dass ukrainische Einheiten neue Verteidigungspositionen einnehmen, heißt es in dem CNN-Bericht.

Ukraine-Krieg: Russland zerstört Brücken in Charkiw - ukrainische Gegenoffensive soll verhindert werden

Update vom 13. Mai, 9.35 Uhr: In der nordöstlichen ukrainischen Region Charkiw wurden offenbar drei für die Fortsetzung der ukrainischen Gegenoffensive zentrale Brücken von russischen Truppen in die Luft gesprengt. Dies berichtet der US-Sender CNN unter Berufung auf Satellitenbilder von BlackSky und der Europäischen Weltraumorganisation.

In Charkiw konnte das ukrainische Militär zuletzt mehrere Ortschaften von russischen Einheiten zurückerobern und das russische Militär zurückdrängen. Dazu gab es Berichte über die fehlende Taktik des russischen Militärs und „massenhafte Verluste“. Der ukrainische Generalstab schrieb auf Facebook, russische Truppen hätten keine neuen Offensivoperationen in der Region angefangen, sondern würden versuchen, den ukrainischen Vormarsch in der Nähe der Ortschaft Wessele zu verhindern.

Ukraine-Krieg: Angriffe auf Asowstal-Werk - Verhandlungen um Tausch ukrainischer Soldaten

Update vom 13. Mai, 9.30 Uhr: Im Asowstal-Stahlwerk in der von russischen Truppen zerbombten ukrainischen Hafenstadt Mariupol befinden sich weiterhin teils schwer verletzte ukrainische Soldaten. Die Regierung in Kiew verhandelt mit Moskau derzeit über einen Tausch der zumindest schwer verletzten Soldaten mit russischen Gefangenen. Noch wurde kein Ergebnis erzielt. Unterdessen dauern russische Angriffe auf das Asowstal-Werk an, wie Satellitenbilder von Maxar Technologies zeigen. In den Aufnahmen ist die großflächige Zerstörung im Gebiet des Stahlwerks zu sehen.

Satellitenbilder zeigen die große Zerstörung im Asowstal-Stahlwerk in Mariupol.

Ukraine-Krieg: Gefechte um Schlangeninsel - Ukraine meldet Angriff auf russisches Schiff

Update vom 13. Mai, 8.15 Uhr: Die Schlangeninsel im Schwarzen Meer ist weiterhin Schauplatz von militärischen Auseinandersetzungen zwischen ukrainischen und russischen Truppen. Neue Satellitenfotos von Maxar Technologies zeigen, dass das ukrainische Militär Drohnenangriffe gegen die russische Armee auf der Insel, aber auch auf russische Boote um die Insel fortsetzt. Auf den Fotos ist auch das Ausmaß der Drohnenschläge der letzten Tage zu sehen. Zuletzt bremste das ukrainische Militär den Erfolg von Putins Truppen mit Bayraktar TB2-Drohnen aus der Türkei.

Ukrainische Drohnenschläge setzten dem russischen Militär auf der Schlangeninsel im Schwarzen Meer mächtig zu.

Auf den von Maxar Technologies bereitgestellten Satellitenbildern sind auf der Schlangeninsel zerstörte Gebäude, Helikopter sowie Fahrzeuge des russischen Pantsir-Luftabwehrsystems zu sehen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Eine weitere Aufnahme zeigt das vom ukrainischen Militär vor der Schlangeninsel versenkte russische Landungsschiff des Typs „Serna“. In den vergangenen Tagen veröffentlichte der ukrainische Generalstab Aufnahmen von Drohnenangriffen auf diese Ziele.

Nach mehreren dieser erfolgreichen Angriffe nimmt die ukrainische Luftwaffe weiterhin russisches Militärmaterial ins Visier, zeigen die Satellitenfotos von Maxar Technologies. Ein weiteres russisches Landungsschiff des Typs „Serna“ konnte der Rakete einer ukrainischen Drohne nur knapp entkommen, wie aus dem Bericht von Reuters unter Berufung auf Maxar hervorgeht. Auf dem Foto ist auch der Kondensstreifen einer abgefeuerten Rakete der ukrainischen Drohne zu sehen.

Indes behauptete die Ukraine einen Angriff auf das Hilfs- und Versorgungsschiff „Wsevolod Bobrow“ der russischen Marine im Schwarzen Meer. „Dank der Aktionen unserer Seeleute hat das Hilfsschiff Wsevolod Bobrow Feuer gefangen - es ist eines der neuesten Schiffe der russischen Flotte“, wurde ein Sprecher der Odessa-Militäradministration, Serhiy Bratschuk, von Reuters zitiert. Die Angaben konnten bislang nicht unabhängig verifiziert werden.

Im Krieg gegen Russland: Ukraine kündigt ersten Kriegsverbrecherprozess an

Update vom 12. Mai, 20.15 Uhr: Während die Gefechte unvermindert schwer toben, hat die Ukraine nun einen ersten Kriegsverbrecherprozess gegen einen russischen Armeeangehörigen angekündigt. Der 21-jährige Russe wird beschuldigt, aus einem gestohlenen Auto heraus einen Zivilisten erschossen zu haben, wie das Büro der Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa mitteilt.

Ein Termin für den Beginn des Prozesses ist noch nicht bekannt. Der 21-jährige Beschuldigte wollte den Angaben zufolge nach einem Angriff auf seinen Konvoi in der Nordukraine am 28. Februar mit vier Kameraden in dem gestohlenen Auto fliehen. Das Opfer, ein 62-jähriger unbewaffneter Zivilist, war demnach mit seinem Fahrrad unweit seines Hauses unterwegs. Der Staatsanwaltschaft zufolge schoss der russische Soldat auf Befehl eines seiner Kameraden auf den Mann, da dieser Zeuge des Auto-Diebstahls geworden war. Ihm droht nun eine lebenslange Haftstrafe wegen Kriegsverbrechen und Mordes.

Ukraine-Krieg: Ukrainisches Militär zerstört russischen Konvoi bei Charkiw

Update vom 12. Mai, 15.05 Uhr: Nach ukrainischen Angaben zerstörte das ukrainische Militär ein Konvoi der russischen Garde „Rosguardia“ in der Charkiw-Region. Dabei seien alle russischen Panzerwagen zerstört und russischen Truppen im Konvoi ausgeschaltet worden, berichtete ArmyInform, das offizielle Nachrichtenportal des ukrainischen Verteidigungsministeriums. Dazu wurde ein Video veröffentlicht, das mehrere verbrannte und zerstörte russische Panzerwagen zeigt.

Das ukrainische Verteidigungsministerium gab darüber hinaus an, in Donezk und Luhansk insgesamt neun Angriffe zurückgeschlagen zu haben. Dabei habe man acht Panzer, sechs gepanzerte Truppenwagen, fünf Autos und ein Luftabwehrgeschütz sowie vier Orlan-10-Drohnen zerstört, zitierte ArmyInform den Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kiew, Olexandr Motusjanjik.

Ukraine-Krieg: Russischer Beschuss im Nordosten - Luhansk-Front „bedeutend verschlechtert“

Update vom 12. Mai, 12.15 Uhr: Im Nordosten der Ukraine nehmen die Kampfhandlungen zwischen russischen und ukrainischen Truppen zu. Nach ukrainischen Angaben geraten dabei immer mehr Dörfer unter russischen Beschuss. Im Dorf Nowi Wykrij ist eine Person nach russischen Artillerieangriffen ums Leben gekommen, wie der US-Sender CNN unter Berufung auf ukrainische Behörden in der Stadt Sumy berichtete.

Demnach nehmen Artillerieangriffe des russischen Militärs auch im Oblast Luhansk zu. Die Situation an der Front habe sich „bedeutend verschlechtert“, wurde der Militärgouverneur des Gebiets, Serhij Hajdaj, von CNN zitiert. An der gesamten Frontlinie würde der Beschuss zunehmen und russischen Truppen hätten eingenommene Ortschaften in Luhansk „komplett zerstört“. Rund um die strategisch wichtige Stadt Sjewjerodonezk gebe es schwere Gefechte. Russlands Truppen würden dabei der Taktik der „verbrannten Erde“ folgen, so Hadai.

Ukraine-Krieg: Kiews Generalstab meldet neue Zahlen zu russischen Verlusten

Update vom 12. Mai, 11.25 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat neue Zahlen zu russischen Verlusten in der Ukraine veröffentlicht. Demnach sind bislang rund 26.650 russische Soldaten getötet worden. Der Generalstab behauptete zudem die Zerstörung von 1.195 Panzern, 2.873 gepanzerten Truppenwagen, 534 Artilleriesystemen und 191 Mehrfachraketenwerfern. Daneben habe man auch 87 Luftverteidigungssysteme, 199 Flugzeuge, 161 Helikopter, 398 Drohnen, 94 Marschflugkörper und 13 Boote der russischen Armee zerstört. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren.

Ukraine-Krieg: HRW berichtet von Streumunition-Nutzung - offenbar hunderte Zivilisten tot

Update vom 12. Mai, 8.59 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben in der Ukraine international geächtete Streumunition eingesetzt. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch an diesem Donnerstag in Genf. Hunderte Zivilisten seien durch die Munition ums Leben gekommen.

Auch die ukrainische Armee habe solche Munition mindestens einmal eingesetzt. Es gibt einen internationalen Vertrag, der seit 2010 den Einsatz, die Lagerung, den Handel und die Produktion von Streumunition verbietet (Übereinkommen über Streumunition).

Daran sind aber streng genommen nur die 110 Vertragsstaaten gebunden - Russland und die Ukraine gehören nicht dazu. Gleichwohl ist der Einsatz dieser Waffen durch die breite Verurteilung durch so viele Länder international geächtet.

Ukraine-Krieg-News: Russische Truppen erleiden starken Verlust in Ostukraine

Update vom 12. Mai, 7.21 Uhr: Bei einer Flussüberquerung haben Putins Truppen in der Ostukraine schwere Verluste erlitten. So lauten übereinstimmend aktuelle US-Medienberichte. Das Bataillon wollte demnach eine Potonbrücke über den Fluss Donezk nahe der Ortschaft Bilohorivka bauen und geriet dabei unter schweren Artilleriebeschuss der ukrainischen Kämpfer.

Laut dem ukrainische Außenministerium wurde die Brücke zerstört. Das Wirtschaftsmagazin Forbes schreibt, die russische Einheit habe aus 50 gepanzerten Fahrzeuge und bis zu 1000 Soldaten bestanden. Zahlreiche der Fahrzeuge seien zerstört worden.

Unklar sei noch, wie viele russische Soldaten bei dem Vorfall getötet worden sind. „Aber es ist klar, dass kein Bataillon drei Viertel seiner Fahrzeuge verlieren und danach noch weiteroperieren kann“, so Forbes Einschätzung. Alle Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

Ukraine-Krieg-News: Mariupol-Kommandeur bittet Tesla-Chef Musk um Hilfe

Update vom 12. Mai, 5.53 Uhr: Ein ukrainischer Militärkommandeur hat einen verzweifelten Appell an Elon Musk gerichtet: „Helfen Sie uns, aus Asow-Stahl in ein Vermittler-Land zu kommen. Wenn nicht Sie, wer dann?“, twitterte Serhij Wolyna laut der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch. Er ist Kommandeur der 36. Marinebrigade und befindet sich gerade in Mariupol. Musk gilt als reichster Mann der Welt.

Wolyna erklärte dazu, er habe sich extra ein Konto bei Twitter eingerichtet, um Musk zu erreichen. „Man sagt, Sie kommen von einem anderen Planeten, um die Menschen zu lehren, an das Unmögliche zu glauben“, schrieb er an Musk. „Unsere Planeten liegen nebeneinander, da ich dort lebe, wo es fast unmöglich ist, zu überleben.“ Er rief „jeden Menschen auf dem Planeten Erde“ auf, dazu beizutragen, dass Musk seinen Appell wahrnimmt.

Musk hatte zuvor Putin auf Twitter zu einem „Zweikampf“ über die Ukraine herausgefordert. Der Gründer von Tesla und SpaceX hat der Ukraine zudem Geräte für seinen Satelliten-Internetdienst Starlink geschickt, um die von russischen Militärangriffen betroffenen Gebiete mit Internet zu versorgen.

Ukraine-Krieg-News: Mariupol-Kommandant berichtet im ZDF von „schweren Verlusten“

Update vom 11. Mai, 22.55 Uhr: Das ZDF zeigt im „heute journal“ Fotos schwerstverletzter ukrainischer Kämpfer aus Mariupol, während die russischen Angriffe auf das Stahlwerk anhalten. Der Kommandant berichtet von der dramatischen Lage der dort verschanzten Marineinfanteristen und Nationalgardisten. Rund die Hälfte der eingeschlossenen 1000 Kämpferinnen und Kämpfer soll verletzt und/oder verwundet sein.

Russland-Ukraine-Krieg: Lagerhaus in der Stadt Lozova durch Bombardement zerstört

Update vom 11. Mai, 21.55 Uhr: Bei einem mutmaßlich russischen Raketen-Angriff im Oblast Charkiw wurde an diesem Mittwochabend laut dem ukrainischen Online-Medium The Kyiv Independent ein Zivilist getötet. Laut Bürgermeister Serhiy Selensky wurde demnach ein landwirtschaftliches Lagerhaus in der Stadt Lozova durch das Bombardement zerstört.

Update vom 11. Mai, 20.55 Uhr: Tschechien hat rund 100 Staatsbürgern grünes Licht für die Teilnahme am Ukraine-Krieg gegeben. Präsident Milos Zeman unterzeichnete nach Angaben seines Sprechers am Mittwoch einen Beschluss, wonach sich 103 freiwillige Kämpfer den ukrainischen Truppen anschließen können. Zeman war einst ein enger Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine nannte er den Staatschef in Moskau aber einen „Verrückten“.

Nach einem Hilfsappell des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hatten sich bereits Freiwillige aus Polen, Belarus, Kanada, den USA und Großbritannien den ukrainischen Streitkräften angeschlossen. Ein tschechisches Gesetz verbietet den Tschechen eigentlich die Beteiligung an Kriegseinsätzen im Ausland. Zeman und der tschechische Ministerpräsident Petr Fiala hatten jedoch im März beschlossen, Tschechen, die mit den ukrainischen Truppen in den Krieg ziehen, nicht zu bestrafen.

Ukraine-Krieg: Verluste Russlands laut britischer Analysten von bis zu 60.000 Soldaten möglich

Update vom 11. Mai, 16.30 Uhr: Laut Angaben des ukrainischen Generalstabes von diesem Mittwoch sollen sich die Verluste unter russischen Soldaten mittlerweile auf mehr als 26.350 getötete, verwundete oder vermisste Soldaten belaufen.

Die Verluste Moskaus könnten jedoch laut Analysten aus Großbritannien noch viel höher liegen. Wie Justin Bronk vom unabhängigen Forschungsinstitut „Royal United Services Institute“ der britischen Daily Mail sagte, könnte die Zahl „bis zu drei- bis viermal“ so hoch sein. So könne die Zahl „nach zwei weiteren Wochen heftiger Kämpfe durchaus bei 50.000 bis 60.000 Opfern“ liegen, glaubt Analyst Bronk.

Russland-Ukraine-Krieg: Moskau verlor wohl durch Untergang der „Moskwa“ Kontrolle über Schlangeninsel

Erstmeldung vom 11. Mai: München/Kiew - Ein Funkspruch ging um die Welt: Als Russland am 24. Februar die Ukraine kriegerisch überfiel, machten sich der russische Raketenkreuzer „Moskwa“ und die „Wassili Bykow“ im Schwarzen Meer auf den Weg, um die winzig kleine Schlangeninsel unweit der Küste von Rumänien einzunehmen. Die wenigen ukrainischen Grenzsoldaten auf dem Eiland beantworteten die Aufforderung der „Moskwa“ zur Kapitulation mit der Ansage: „Russisches Kriegsschiff, f... dich!“ Trotzdem mussten sie sich ergeben.

Die Schlangeninsel ist so wichtig, weil von hier aus der Luftraum an den Küsten der Südukraine um Odessa überwacht werden kann. Aber: Im Schwarzen Meer verhinderten ukrainische Drohnenangriffe nach britischen Erkenntnissen zuletzt eine Dominanz russischer Truppen. Russland versuche immer wieder, seine Kräfte auf der strategisch wichtigen Schlangeninsel nahe der Hafenstadt Odessa zu verstärken, berichtete das Verteidigungsministerium in London an diesem Mittwoch (11. Mai) unter Berufung auf britische Geheimdienste. Die russischen Versorgungsschiffe hätten seit dem Untergang des Lenkwaffenkreuzers „Moskwa“ und dem Rückzug der Marine zur annektierten Halbinsel Krim nur wenig Schutz. „Die Moskwa“ hatte mit ihrer S-300-Luftabwehr in diesem Bereich des Schwarzen Meeres den Luftraum kontrolliert.

Ukraine-Krieg: Kampfdrohne vom Typ Bayraktar TB-2 macht russischen Truppen gehörige Probleme

„Die derzeitigen Bemühungen Russlands, seine Streitkräfte auf der Schlangeninsel zu verstärken, bieten der Ukraine mehr Möglichkeiten, russische Truppen anzugreifen und Material zu zerstören“, erklärte das britische Ministerium. Die Ukraine habe mit Erfolg Kampfdrohnen vom Typ Bayraktar (TB-2-Drohne) im Einsatz.

Falls es Russland allerdings gelinge, seine Position mit strategischer Luftverteidigung und Marschflugkörpern zur Küstenverteidigung zu festigen, könne dies die Lage verändern. Berichte beider Seiten hatten zuletzt schwere Gefechte um die Schlangeninsel nahegelegt, die 35 Kilometer von der Küste entfernt direkt vor dem Donaudelta im Gebiet Odessa liegt. (pm)

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