Die Inzidenz ließ es zu: Großer Bahnhof bei der Grundsteinlegung für das Feuerwehrgerätehaus in Butterstadt. Der Landtagsabgeordnete Max Schad brachte es auf den Punkt: „Ich bin froh, euch alle endlich mal wieder zu sehen. Bürgermeisterin Sylvia Braun begrüßte die Gäste auf der Baustelle.
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Die Inzidenz ließ es zu: Großer Bahnhof bei der Grundsteinlegung für das Feuerwehrgerätehaus in Butterstadt. Der Landtagsabgeordnete Max Schad brachte es auf den Punkt: „Ich bin froh, euch alle endlich mal wieder zu sehen. Bürgermeisterin Sylvia Braun begrüßte die Gäste auf der Baustelle.

Grundstein gelegt

Bau des Feuerwehrgerätehauses in Butterstadt geht voran

  • Holger Weber-Stoppacher
    vonHolger Weber-Stoppacher
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Eingemauert für die Ewigkeit: Neben Münzen und einer Butterstädter Chronik wurde auch eine aktuelle Ausgabe des HA in die Kapsel gesteckt.

Bruchköbel – In Butterstadt ist jetzt der Grundstein für den Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses gelegt worden. Die Einrichtung soll im kommenden Jahr in betrieb genommen werden und das bisherige Gerätehaus ablösen, das nicht mehr die technischen Anforderunegn erfüllte.

Die Butterstädter haben ein ganz besonderes Verhältnis zu ihrer Feuerwehr. Wäre die Identifikation mit den Brandschützern überall im Main-Kinzig-Kreis so groß wie in Bruchköbels kleinstem Stadtteil, dann gäbe es zwischen Schlüchtern und Maintal rund 20 000 aktive Feuerwehrmänner. Tatsächlich sind es aber nur 4000, wie Landrat Thorsten Stolz gestern den Gästen bei der Grundsteinlegung für das neue Feuerwehrgerätehaus in Butterstadt vorrechnete.

14 aktive Einsatzkräfte bei 200 Einwohnern

In der Tat: Auf gerade einmal 200 Einwohner kommen 14 aktive Einsatzkräfte in dem Bruchköbeler Stadtteil. Damit sind die Butterstädter eine tragende Stütze der Bruchköbeler Feuerwehr insgesamt.

Und so war der Landrat nicht der einzige, der bei dem Festakt auf der Baustelle betonte, dass sich die Butterstädter den Neubau ihres Feuerwehrgerätehauses nun wirklich redlich verdient hätten. Sowohl Stolz als auch die weiteren Redner wie Stadtverordnetenvorsteher Guido Rötzler (CDU) und der noch amtierende Stadtbrandinspektor Klaus Lauterbach freuten sich darüber, dass die scheinbar „unendliche Geschichte“ des Projekts nun letztlich doch ein Happy End bekomme. „Ich hatte den Glauben daran schon verloren“, sagte Lauterbach in seiner letzten Rede als Stadtbrandinspektor (siehe Kasten) Und der Landtagsabgeordnete Max Schad (CDU) lobte dafür vor allem Bruchköbels Bürgermeisterin Sylvia Braun (FDP), die trotz aller, vor allem im Schlussspurt aufgetretenen Probleme das Projekt entschlossen Richtung Ziellinie getragen habe. Die Notwendigkeit eines Neubaus stand zumindest bei den Fachleuten nie in Frage. Denn um die Hilfsfrist von zehn Minuten innerhalb des Stadtgebiets einhalten zu können, ist eine Feuerwehr in Butterstadt laut geltendem Feuerwehrentwicklungsplan unabdingbar. Deswegen sei der Neubau auch kein Gegenstand einer kontroversen politischen Diskussion gewesen, betonte Bürgermeisterin Braun. Auch vor dem Hintergrund, dass Butterstadt wachsen werde, sei das Gerätehaus ein wichtiger Meilenstein. Hinsichtlich der Ausweisung von zwei neuen Baugebieten, die die Einwohnerzahl von 200 auf 400 Einwohner verdoppeln könnte, sei man aktuell wieder auf dem richtigen Weg, sagte Braun.

Fehler bei der Kalkulation

Für Diskussionen hatten die Kosten für das Gerätehaus gesorgt, weil diese im Bruchköbeler Bauamt zunächst nicht richtig kalkuliert worden waren. Das Projekt wird doppelt so teuer wie ursprünglich geplant. Als Grundlage hatte man die Kosten des 2017 eingeweihten Feuerwehrgerätehauses in Oberissigheim genommen. Dabei wurde jedoch nicht berücksichtigt, dass die Bauvorschriften für Feuerwehrgerätehäuser sich in der Zwischenzeit geändert hatten und ein Schwarz-weiß-Bereich nun vorgeschrieben ist. Der besagte Trakt dient dazu, dass sich die Feuerwehrleute nach einem Einsatz die mitunter kontaminierte Kleidung sicher vom Leib streifen können. Statt der 800 000 Euro, die zunächst im Rathaus errechnet worden waren, schnellte der Baupreis damit auf nunmehr 1,5 Millionen Euro hoch. Ungeachtet der Einschätzung, dass es sich bei dem Haus nach aktueller Planung nur um einen minimalistischen Zweckbau handele, wie gestern noch einmal alle Seiten versicherten. Aber dieser erfüllt zumindest die Norm und soll den Butterstädtern auch im Fall einer Katastrophe Schutz bieten, wie Wehrführer Tobias Reinhard erläuterte. „Wir sind stolz darauf, dass unsere Bürger in einem Notfall bald einen solchen Platz aufsuchen können“, sagte er. Und erleichtert sei man auch, dass die Zeit der Provisorien bald vorbei sei. Derzeit müssen die Butterstädter sich im Ernstfall vor der Halle ihres Gerätehauses umziehen, weil die beengten Verhältnisse in dem Altbau eine vorschriftsmäßige Vorbereitung auf einen Einsatz nicht zulassen. Auch das neue Mannschaftstransportfahrzeug passe nur so gerade in die bestehende Garage. Das neue Gebäude wird eine Grundfläche von 430 Quadratmetern und einen 200 Quadratmeter großen Übungsplatz im Außenbereich haben. Der Zugang wird barrierefrei sein, das WC ebenso.

Sozialer Aspekt wichtig

Nicht außer acht lassen darf man bei der Butterstädter Feuerwehr auch den sozialen Aspekt, denn die Feuerwehr ist in Bruchköbels kleinstem Stadtteil neben einem Chor der einzige Verein. So sind die Brandschützer neben Helfern in der Not auch eine verschworene Gemeinschaft. Von daher hatte Landrat Stolz wohl recht, als er seine Rede mit den Worten schloss: „Für Butterstadt ist das heute ein richtig guter Tag.“ (Holger Weber)

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