Holten den Scheck für neue Tischtennisplatten: Markus Link (links) und Christian Buschmann von der SG Bruchköbel.
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Holten den Scheck für neue Tischtennisplatten: Markus Link (links) und Christian Buschmann von der SG Bruchköbel.

Erfolgreiches Zusammenspiel

Haingartenschule und SG Bruchköbel erhalten Kooperationspreis

  • Holger Weber-Stoppacher
    VonHolger Weber-Stoppacher
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Es ist ein erfolgreiches Zusammenspiel: Seit einigen Jahren kooperieren die Tischtennisabteilung der SG Bruchköbel sowie die Haingarten-Schule mit einer Tischtennis-AG für die Grundschüler. Das Training wurde aufrechterhalten, als sowohl die Sporthallen als auch die Schulen wegen der Coronapandemie geschlossen werden mussten. Für diesen außergewöhnlichen Einsatz und das Konzept ist das Gespann aus Schule und Verein vom Landessportbund in Hessen ausgezeichnet worden.

Bruchköbel – Beim sogenannten Kooperationspreis, bei dem insgesamt 7000 Euro ausgelobt worden waren, belegten die Haingartenschule sowie die SGB den herausragenden zweiten Platz.

Rettung in letzter Minute

Der Tischtennis-Jugendleiter Christian Buschmann sowie der ehemalige Abteilungsleiter Markus Link nahmen jetzt in Wiesbaden einen Scheck in Höhe von 1000 Euro entgegen. Für die SGB ist es die zweite Auszeichnung. Auch der Deutsche Tischtennis-Bund fand das Konzept so gelungen, dass er das Engagement der Bruchköbeler mit einer Mini-Tischtennisplatte würdigte. Es war damals, im Frühjahr 2020, so etwas wie eine Rettung in letzter Minute. Kurz bevor der Tischtennis-Betrieb bei der SG Bruchköbel wegen der ersten Corona-Welle in die Zwangspause gehen musste, hatten die die Jugendtrainer sogenannte Lockdown-Pakete für ihre Schützlinge zusammengepackt. In der transparenten Plastiktasche, die die Kinder mit nach Hause bekamen, befanden sich Leihschläger und Bälle – die Mindestausstattung, die man zum Tischtennis eben braucht. „Nur einen Tag später wurden dann die Hallen geschlossen“, erinnert sich der damalige Abteilungsleiter Markus Link.

Mit einem digitalen Trainingsprogramm über die Plattform Padlet wurden die Kinder dann zu Hause trainiert. Statt der Platte diente mitunter der Küchentisch als Sportgerät. Auch die Anweisung für Geschicklichkeitsübungen bekamen die Kleinen per Video ins Haus geschickt. „Dieses Programm wäre nichts für die Ewigkeit gewesen, aber immerhin hat es uns über die Lockdowns hinweggeholfen“, sagt Buschmann. So gelang es den Jugendtrainern durchweg, den Kontakt zu ihren Schützlingen aufrecht zu erhalten. Um Ostern herum konnte dann wieder in Kleingruppen oder im Einzelunterricht trainiert werden.

Kooperation besteht seit sieben Jahren

Die Kooperation zwischen Schule und Verein besteht schon seit sieben Jahren. Die Kinder nehmen in Form von AGs am Training in der Sporthalle an der Pestalozzi-Schule teil. Nicht alle bleiben beim Tischtennis. Doch immerhin knapp die Hälfte können die Verantwortlichen der SGB durch das Programm an den Verein binden. Der Zuspruch für die AG ist enorm, freut sich auch Schulleiter Matthias Doebel. Von den 50 möglichen Plätzen wurden 46 belegt. Das sei sensationell, meint der Pädagoge.

Das Lockdown-Programm war speziell für eine Mädchengruppe konzipiert worden, „weil die meistens nicht so beachtet werden“, sagt Buschmann.

Hielt auch im Lockdown am Tischtennis fest: die Mädchengruppe aus der Haingartenschule, die bei der SG Bruchköbel trainiert.

Matthias Doebel freut sich mit den Verantwortlichen über die Würdigung für das Projekt. „Die Tischtennis-AG hat vielen Kindern über die bleierne Lockdown-Zeit geholfen. Es war eine innovative Idee, die nun zurecht belohnt worden ist“, so Doebel.

Die Gewinner des Preises sind sich auch schon im Klaren darüber, was sie mit dem Geld anfangen werden: „Wir werden uns vier neue Tische zulegen, die wir dann an der Haingartenschule aufstellen.“ So könne die Tischtennis-AG künftig gleich vor Ort stattfinden und die Kinder müssten nicht erst ins Schulzentrum Nord fahren.

Buschmann freut sich zudem darüber, dass die Haingartenschule zwei weitere wetterfeste Tischtennisplatten aus Marmor auf dem Schulhof platzieren möchte. Drei gibt es bereits auf dem Schulareal. „Der Sport hat sich bei uns schon etabliert“, ist auch Schulleiter Doebel zufrieden. Verein und Schule sind also auf dem besten Weg, Bruchköbel zu einer neuen Tischtennis-Hochburg zu machen (Holger Weber)

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