Zwergkaninchen
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Ein Zwergkaninchen ist bei einem Streit in Bruchköbel bei Hanau getötet worden. (Symbolfoto)

Strafbefehl gegen Tierquäler

Mann rastet bei Streit mit Freundin aus - Kaninchen aus dem Fenster geworfen

  • Thorsten Becker
    vonThorsten Becker
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Was für eine abscheuliche Tat: Ein 24-Jähriger aus Bruchköbel rastet bei einem Streit mit seiner damaligen Freundin aus. Weil der Mann sich nicht unter Kontrolle hat, stirbt ein Tier. Das hat nun ein Nachspiel vor dem Amtsgericht in Hanau.

Bruchköbel - „Dann warten wir eine Viertelstunde“, sagt Markus Filbert, Richter am Amtsgericht in Hanau, und blickt auf die große Tür des Verhandlungssaals, durch die eigentlich ein 24-Jähriger aus Bruchköbel bei Hanau kommen sollte, um sich auf die Anklagebank zu setzen. Dort will ihm Staatsanwältin Ines Roser vorhalten, was er in einer Januarnacht im vergangenen Jahr getan hat. Eine widerwärtige Tat.

In dieser Nacht hat der 24-Jährige mit seiner Freundin einen Disput. Die Worte fliegen in der damals noch gemeinsamen Wohnung. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hanau kommt es dann zu einer folgenschweren verbalen Auseinandersetzung. Vor lauter Wut soll der 24-Jährige das Zwergkaninchen seiner Freundin gepackt und aus dem Fenster der Wohnung im ersten Obergeschoss in Bruchköbel bei Hanau geworfen haben.

Prozess in Hanau: Angeklagter kommt nicht zum Gerichtstermin - Staatsanwältin beantragt Strafbefehl

Die Folgen für das kleine Tier, das nichts für den menschlichen Zwist kann, sind schrecklich. „Das Zwergkaninchen erlitt infolge des Aufpralls auf der Straße einen Schädelbruch und verstarb“, heißt es in der Anklage. Diese Vorwürfe will der Mann aus Bruchköbel offenbar nicht hören. Vielleicht schämt er sich für das, was er getan hat? Hat er keine Argumente, um sich zu verteidigen? Das bleibt alles Spekulation.

Tatsache ist: Der 24-Jährige aus Bruchköbel bei Hanau kommt er während der von Richter Filbert eingeräumten 15-minütigen Karenzzeit nicht zur anberaumten Hauptverhandlung, zu der auch eine Polizeibeamtin als Zeugin geladen ist. Vielleicht hat er gehofft, straffrei auszugehen?

Streit in Bruchköbel eskaliert: Strafbefehl am Amtsgericht Hanau

Doch das lässt die Staatsanwältin nicht durchgehen. Sie beantragt, gegen den nicht erschienenen Angeklagten einen Strafbefehl mit 90 Tagessätzen zu verhängen. In der Summe ist das eine Geldstrafe von 900 Euro. Wird dieser Betrag nicht gezahlt, dann bedeutet das: 90 Tage Gefängnis. Richter Markus Filbert vom Amtsgericht Hanau sieht es am Ende genauso und stimmt dem Strafbefehl zu, der noch nicht rechtskräftig ist. (Thorsten Becker)

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