Dr. Davud Faghih-Zadeh konnten einen neuen Allgemeinmediziner für seine Praxis in Langenselbold gewinnen.
+
Dr. Davud Faghih-Zadeh konnten einen neuen Allgemeinmediziner für seine Praxis in Langenselbold gewinnen.

Neuer Allgemeinmediziner für Selbold

Dr. Faghih-Zadeh erweitert Kapazitäten in seiner Hausarztpraxis

  • Lars-Erik Gerth
    vonLars-Erik Gerth
    schließen

Das Thema „Hausärztemangel in Langenselbold“ hat nach Bekanntwerden des Rückzugs der Gemeinschaftspraxis Dr. Andreas Krampe/Dr. Christiane Krampe-Lohrey eine neue Dynamik erhalten. Am Donnerstag erfuhr unsere Zeitung aus dem Rathaus, dass es Dr. Davud Faghih-Zadeh von Hausärzte MKK gelungen sei, einen neuen Allgemeinmediziner für sein Team mit den Standorten Langenselbold und Schöneck zu gewinnen. Damit werde die Kapazität seiner Praxis in der Gründaustadt aufgestockt.

Langenselbold – Der Engpass in der Selbolder Patientenversorgung sollte damit „zumindest ein stückweit gemindert werden“, wie Verena Lenz mitteilt. Die Leiterin des städtischen Amts für Soziales, Familie und Kultur erklärt zudem: „Wir sind in dieser Angelegenheit aber weiter in Gesprächen mit der Kassenärztlichen Vereinigung.“ Außerdem kündigte Lenz an, dass sich Dr. Faghih-Zadeh noch in Form einer Pressemitteilung näher zum Ausbau seines allgemeinmedizinischen Angebots äußern werde.

Indirekt war der Hausärztemangel in der Gründaustadt auch Thema einer Anfrage der FDP, die Bürgermeister Timo Greuel (SPD) am Montag im Rahmen der Stadtverordnetenversammlung beantwortete. Ihre Frage zum geplanten Gesundheitszentrum stellten die Liberalen nämlich explizit „aus aktuellem Anlass wegen der Schließung der Gemeinschaftspraxis Dr. Krampe und Dr. Krampe-Lohrey“, die – wie mehrfach berichtet – zum 20. Juni erfolgen wird. Die FDP wollte zum einen wissen, wie weit die Pläne für das Gesundheitszentrum gediehen sowie welche Facharztgruppen und wie viele davon bereits fest eingeplant sind.

Gesundheitszentrum soll zum Jahreswechsel 2022/23 an den Start gehen

Außerdem fragten die Liberalen nach, ob Katrin Fitzler mit ihrem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) mit dabei und wann frühestens mit der Eröffnung des Gesundheitszentrums zu rechnen ist. Ähnliche Anfragen hatten im Januar bereits die Fraktionen von Christdemokraten und Freien Wählern an Greuel gestellt (siehe HA vom 28. Januar).

Damals hatte er unter anderem darüber informiert, dass sich der Baubeginn des Projekts des Investors Vital AG (mit einem Volumen von rund 16 Millionen Euro) coronabedingt um mehr als ein Jahr verzögern wird. Ursprünglich hätten die ersten Bautätigkeiten auf dem Areal am Feuerwehrkreisel im Westen der Stadt bereits im Sommer 2020 starten sollen.

Bei der ersten Teilfrage verwies der Bürgermeister auch entsprechend auf seine Antwort in der Parlamentssitzung vom 25. Januar. Der Bauantrag für das Gesundheitszentrum ist laut Greuel im Dezember eingereicht worden. „Aktuell laufen die Planungen der haustechnischen Gewerke in paralleler Abstimmung mit der Bauaufsicht des Main-Kinzig-Kreises“, informierte das Stadtoberhaupt weiter.

Greuel beantwortet Anfrage der FDP-Fraktion

Nach Rücksprache mit der Bauaufsicht sei mit der Baugenehmigung voraussichtlich im kommenden Juli zu rechnen. Stand jetzt geht der Bürgermeister von einem Baubeginn im Oktober/November 2021 aus.

Sollte es dabei bleiben „und man von einer Bauzeit von rund 15 Monaten ausgehen, ist die Eröffnung zum Jahreswechsel 2022/23 realistisch“, so Greuel. Die Voraussetzungen dafür seien allerdings „eine problemlose Bauphase sowie insbesondere die positiven Voraussetzungen zur Erteilung der Baugenehmigung“.

Zur Frage, wie es um die Ärztebelegung im geplanten Gesundheitszentrum steht, erwähnte Greuel zunächst das MVZ von Katrin Fitzler. Dieses sei „mit fünf praktizierenden Ärzten fest eingeplant“. Dies gelte ebenso für „eine neurologische Praxis mit zwei Ärzten sowie eine Heilpraktiker-Praxis mit einer Person“. Aktuell liefen zudem vonseiten des Investors Verhandlungen mit „einer Zahnklinik mit voraussichtlich vier Ärzten“.

Und grundsätzlich, so der Bürgermeister in seiner Antwort auf die FDP-Anfrage, „sind weitere Fachrichtungen erforderlich. Die Akquisition dafür läuft unvermindert fort“.

Medizinisches Versorgungszentrum zieht dann auch ins neue Gesundheitszentrum

Zur konkreten Frage zum Medizinischen Versorgungszentrum antwortete er wie folgt: „Frau Fitzler hat eine Genossenschaft gegründet und wird – Stand heute – mit einer Mietfläche von mehr als 500 Quadratmetern in das Gesundheitszentrum Langenselbold einziehen.“

Im Gesundheitszentrum sind darüber hinaus eine Apotheke und ein Sanitätshaus vorgesehen, für welche die Mietverträge auch schon unterzeichnet sein sollen.

Von Lars-Erik Gerth

Das könnte Sie auch interessieren