Wollen sich des Themas annehmen: Sascha Brey (links) vom Ortsbeirat Oberdorfelden, Carina Wacker, Fraktionsvorsitzende CDU Schöneck und der CDU-Landtagsabgeordnete Max Schad.
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Wollen sich des Themas annehmen: Sascha Brey (links) vom Ortsbeirat Oberdorfelden, Carina Wacker, Fraktionsvorsitzende CDU Schöneck und der CDU-Landtagsabgeordnete Max Schad.

Lärmbelastung

Schöneck: Anwohner beklagen sich über „Brummen“ von Umspannwerk an der B521

Wahre Detektivarbeit haben der CDU-Landtagsabgeordnete Max Schad sowie zwei Mitglieder der Schönecker CDU in den vergangenen Tagen auf der Suche nach der Ursache für ein anhaltendes Brummgeräusch in Oberdorfelden geleistet.

Schöneck/Karben – Schad sowie die neue CDU-Fraktionsvorsitzende in der Schönecker Gemeindevertretung Carina Wacker und das CDU-Ortsbeiratsmitglied Sascha Brey hatten sich den Klagen um einen angeblichen Brummton in Oberdorfelden angenommen, der einige Anwohner seit geraumer Zeit um den nächtlichen Schlaf bringt. Der Verursacher stand bislang noch nicht mit absoluter Sicherheit fest. Vermutet wird seit Langem, dass das Umspannwerk in Karben die Quelle dieses Brummens ist. Die Betreiberfirma Tennet TSO GmbH hatte das Umspannwerk vergrößert und 2015 in Betrieb genommen. Schon ein Jahr später wurden die ersten Beschwerden laut.

Das letzte Lärmschutzgutachten datiert aus dem Jahr 2015, lässt nach Ansicht von Ortsbeiratsmitglied Brey aber nur bedingt Rückschlüsse auf die aktuelle Situation zu, die sich nach Bekunden der Anwohner zum negativen geändert haben soll.

Lärmgutachten soll überprüft werden

In Niederdorfelden hingegen fällt die HA-Anfrage nach dem Brummton negativ aus. „Bei uns gibt es keine Klagen, außer dass die Schönecker Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) mich im vergangenen Jahr bereits danach gefragt hat“, so der Niederdorfelder Bürgermeister Klaus Büttner (SPD). Und auch auf der anderen Seite des Umspannwerkes, in Karbens Ortsteil Rendel, gibt es offenbar keine auffälligen Klagen deswegen. „Ist mir neu, aber Rendel liegt auch ganzes Stück weg vom Umspannwerk“, erklärt der Rendeler Ortsvorsteher Ehrhard Menzel (CDU).

Trotzdem wollen die Schönecker CDU-Politiker mit ihrem Landtagsabgeordneten an der Spitze sich jetzt an das Regierungspräsidium Darmstadt mit der Bitte wenden, die gegenwärtige Situation mit einem neuen Lärmgutachten überprüfen zu lassen. Dadurch soll verbindlich festgestellt werden, wie gravierend das Störgeräusch ist, wo es herkommt und ob alle gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden. „Auf dieser objektiven Grundlage muss dann entschieden werden, wie das Problem gelöst werden kann“, so der Landtagsabgeordnete Schad.

Betreiberfirma Tennet sieht keinen Verstoß gegen gültige Vorschriften

Möglicherweise kommt diese Initiative zu spät. „Denn wir wurden bereits im vergangenen Jahr vom Regierungspräsidium aufgefordert, unsere Anlage nach den neuen Richtwerden der ‘TA (Technische Anleitung) Lärm’ erneut überprüften zu lassen“, verrät Markus Lieberknecht, Pressesprecher der Betreiberfirma Tennet. Vor zwei Jahren hätten sie bereits auf ein Schreiben einer Oberdorfelder Bürgerin geantwortet, doch darauf nie eine Rückantwort erhalten.

Das Umspannwerk an der B 521 sorgt für stabile Netze und dadurch mehr grünen Strom für die Energiewende. Nach zweijähriger Umbauzeit ist es 2015 ans Netz gegangen.

Und dann erläutert Lieberknecht den Standpunkt seines Unternehmens: „Bis ein neues Gutachten auf dem Tisch liegt, gilt das Lärmgutachten aus dem Jahr 2015“, so Lieberknecht. Deshalb liege momentan noch kein Verstoß gegen die „TA Lärm“ vor. Zur Ursache des Brummens erklärt der Pressesprecher, dass der Strom auf dem Weg ins Eigenheim einen langen Weg zurücklege. Etwa von der Windkraftanlage durch Stromleitungen über das Umspannwerk bis zum jeweiligen Verbraucher. Dabei ist der Transformator das Herzstück eines Umspannwerkes, der beispielsweise die Spannung von 110 Kilovolt auf 20 Kilovolt herunterregelt. Zwischen den Spulen und Eisenkörpern im Inneren entstehen dabei magnetische Schwingungen, die das typische Brummen erzeugen.

Wie Lieberknecht weiter ausführt, befinde man sich gerade im Ausschreibungsverfahren für einen Gutachter. Der soll dann möglichst schnell Klarheit über den Umgang mit dem Brummen schaffen. Jürgen W. Niehoff

Knotenpunkt auf der Stromautobahn

Das Umspannwerk an der B 521 sorgt für stabile Netze und dadurch mehr grünen Strom für die Energiewende. Nach zweijähriger Umbauzeit ist es 2015 ans Netz gegangen. Das Umspannwerk in Karben ist ein Glied in dieser Transportkette: Von hier aus führen zwei Leitungen nach Gießen, zwei nach Großkrotzenburg und zwei nach Frankfurt-Südwest. Sie verteilen den Strom auf die Stromautobahnen. Die Anlage wurde dafür erweitert und modernisiert. Zuvor waren es nur drei Leitungen, jetzt sind es sechs. Tennet ist zuständig für die Anbindung der Offshore-Windparks der Nordsee nach Süddeutschland. Damit das funktioniert, muss ständig an dem Ausbau des Netzes gearbeitet werden, zu dem auch das Karbener Umspannwerk gehört. jwn

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