Geeint im Langenselbolder Thermo-Fisher-Stadion: Zehner-Vorsitzender Stefan Vogel, Jugendleiter Martin Heinzinger, Rückkehrer Max Müller, Spielausschuss Günter Schäfer und Coach Patrick Falk (von links).
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Geeint im Langenselbolder Thermo-Fisher-Stadion: Zehner-Vorsitzender Stefan Vogel, Jugendleiter Martin Heinzinger, Rückkehrer Max Müller, Spielausschuss Günter Schäfer und Coach Patrick Falk (von links).

Fußball Kreisliga A

1910 Langenselbold holt verlorenen Sohn zurück

  • vonOliver Kraus
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Nach der Verpflichtung des ehemaligen Jugendspielers Max Müller darf bei der Spvgg. 1910 Langenselbold wieder von altem Glanz geträumt werden. Die Vereinsführung drückt aber bei aller Freude über den Coup auf die Euphoriebremse und will weiter den Weg der kleinen Schritte gehen.

Langenselbold – Seit einigen Jahren besticht die Spvgg. 1910 Langenselbold mit ihrer Jugendarbeit. Mittlerweile erntet die Vereinsführung die Früchte ihres Einsatzes. Denn der 23-köpfige Kader der ersten Fußball-Mannschaft, der es in der vergangenen, nach wenigen Spieltagen abgebrochenen Kreisliga-A-Saison auf den Spitzenplatz der Tabelle gestürmt war, besteht aus nicht weniger als 17 ehemaligen Jugend-Kickern.

Einer von ihnen ist ein alter Bekannter. In der kommenden Spielrunde verstärkt Max Müller das Team von Patrick Falk, der damit einen vielseitig einsetzbaren Offensivallrounder in seiner Elf weiß. Mit reichlich Talent gesegnet, hatte dieser frühzeitig den Sprung zu ambitionierteren Mannschaften gewagt. In der D-Jugend ging es für ein Jahr nach Seckbach in die Gruppenliga, dann von 2013 bis 2016 zur Rosenhöhe. Im Anschluss folgte für den technisch versierten Linksfuß ein zweieinhalbjähriges Engagement beim FSV Frankfurt, wo er es mit seinem Team bis in die Bundesliga der A-Junioren schaffte. Dort war aber nach der Hinserie vorzeitig Schluss: „Ich bin im Winter gegangen, weil wir nur verloren haben und ich endlich wieder richtig kicken wollte.“ Es folgte sein zweites Engagement bei der Rosenhöhe, wo er bis zum corona-bedingten Saisonende für die Senioren in der Gruppenliga zumeist auf den Außenpositionen auflief.

Max Müller hat mit den Zehnern viel vor

Von daher mutet der Wechsel zu seinem Heimatverein zwar oberflächlich betrachtet wie ein Schritt zurück an, doch Müller hat viel vor: „Klar ist es ein anderes Niveau in der A-Liga, aber ich möchte etwas starten. Es spielen viele alte Kumpels hier, mit denen ich früher angefangen habe. Hier kann man etwas erreichen. Es ist lange her, dass hier Gruppenliga gespielt wurde. Das möchte ich schaffen. Das ist ein Anreiz, darauf habe ich Bock!“ Von daher ist seine Erwartung für die erste Spielzeit an alter Wirkungsstätte klar: „Ziel ist der Aufstieg!“

Doch nicht nur die sportlichen Ambitionen im gewohnten Umfeld haben den 20-jährigen naturverbundenen Fußballer zur Rückkehr bewogen. Auch die eigene berufliche Situation war ausschlaggebend. Denn Müller, der in Frankfurt bei einer Bank arbeitet und parallel an der BA Rhein-Main ein Duales Studium absolviert, möchte seine Pendelzeiten reduzieren. „Ich will nicht auch noch zum Training nach Offenbach fahren müssen.“

Als der Zehner-Vorsitzende Stefan Vogel, sein ehemaliger Betreuer und ein sehr guter Freund seines Vaters, fragte, ob er sich vorstellen könnte, das Trikot seines Jugendvereins wieder überzustreifen, war die Entscheidung schnell gefallen. Sehr zur Freude Vogels: „Wir haben immer seinen Weg begleitet. Um so schöner ist es natürlich, wenn ein Spieler – noch dazu in der Blüte seiner Zeit – zurückkommt und die erste Mannschaft bereichert. Wir hoffen, dass das Signalwirkung für andere Talente hat.“

Egal, ob diese wie Müller ihre Reise zwischenzeitlich bei anderen Klubs fortgeführt haben oder noch Teil des eigenen Nachwuchsbereichs sind, auf den der Vereinsobere stolz ist und auf den er trotz der im Umfeld gewachsenen Ansprüche keinen Druck ausüben möchte: „Wir machen seit Jahren eine gute Jugendarbeit. Die Zielsetzung ist Sache des Trainers, dafür steht er in der Verantwortung. Wir im Vorstand sind realistisch und machen kleine Schritte. Einer davon ist, dass Max wieder zurück ist. Das ist eine tolle Sache.“

Coach Falk ist begeistert von dem Neuzugang

Ähnlich schätzt Patrick Falk, der Coach der Spielvereinigung, die Situation ein: „Wir wollen nächste Saison wieder oben mitspielen. Mehr nicht, auch wenn wir durch die Verpflichtung von Max an Variabilität gewinnen werden, mehr Systeme spielen können. Ich verspreche mir viel davon.“

So lobt der ehemalige Bundesligaprofi vor allem die individuellen Fähigkeiten Müllers, der die Nummer 19 tragen wird: „Eins gegen eins, Spielübersicht, Antizipation und ein schneller Torabschluss. Das gibt es in der A-Liga nicht so oft.“ Mit diesem Gesamtpaket, das sein spielstarkes Team verstärken wird, hat Falk gute Voraussetzungen, mit seinen Schützlingen ähnlich schwungvoll wie in der vergangenen Saison durchzustarten.

Die Vorbereitung ist am gestrigen Dienstag gestartet, nachdem die gesunkene Inzidenz im Kreis die Rückkehr zum regulären Trainingsbetrieb wieder erlaubt hat. Doch anders als manch anderer Konkurrent denkt Falk noch nicht über Testspiele nach: „Wir haben zwar schon einige Anfragen, aber das kommt viel zu früh. Wir machen erst einmal drei Wochen piano.“ (Von Oliver Kraus)

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