Volle Konzentration auf die Bundesliga: Der Hanauer Philipp Ahouansou war ein erster Streichkandidat im großen Kader der A-Nationalmannschaft und bereitet sich mit den Rhein-Neckar Löwen auf die Restrunde vor.
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Volle Konzentration auf die Bundesliga: Der Hanauer Philipp Ahouansou war ein erster Streichkandidat im großen Kader der A-Nationalmannschaft und bereitet sich mit den Rhein-Neckar Löwen auf die Restrunde vor.

Handball-EM

Aus DHB-Kader gestrichen, aber zufrieden: Hanauer Philipp Ahouansou sieht Nominierung als Erfolg

  • Julia Meiss
    VonJulia Meiss
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Noch bewegt sich Philipp Ahouansou nur im Dunstkreis der A-Nationalmannschaft des Deutschen Handball-Bundes (DHB). Der 20-jährige Rückraumspieler des Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen gehörte zum erweiterten DHB-Kader zur Vorbereitung auf die am Donnerstag, 13.01.2022, beginnende Europameisterschaft in Ungarn und der Slowakei, war dann aber ein Streichkandidat, als der Kader in einem ersten Schritt reduziert wurde.

Hanau – „Das war kein Rückschritt, es ist alles in Ordnung. Man hofft zwar immer, aber irgendwie hatte ich mir das schon gedacht. Ich habe starke Konkurrenz auf meiner Position“, gibt der gebürtige Hanauer einen Einblick in seine Gedanken. Ahouansou kann die Streichung durch Bundestrainer Alfred Gislason realistisch einordnen: Mit seinen 20 Jahren habe er in Sachen Nationalmannschaft schließlich noch alle Chancen. Dass der 2,03 Meter große Handballer überhaupt schon auf dem Zettel des Bundestrainers steht, wertet Ahouansou als Erfolg.

Und diesen hat sich der linke Rückraumspieler in den vergangenen Jahren hart erarbeitet. Im Sommer 2017 wechselte der Kesselstädter von Hanau ins Eliteinternat der Rhein-Neckar Löwen. Fernab von Familie und Freunden reifte Ahouansou als Stammspieler der A-Junioren und Drittliga-Mannschaft zum Profi-Handballer in einem deutschen Vorzeigeklub heran. Im Mai 2019 unterschrieb er schließlich einen Profivertrag und kämpft seitdem um seinen Platz im Bundesligakader. „Für mich persönlich läuft es in dieser Saison sehr gut. Von den Einsatzzeiten her kann ich mich nicht beklagen. Aus Vereinssicht läuft es allerdings nicht gut“, sagt der 20-Jährige. Ahouansou stand bisher in 16 von 17 Bundesliga-Spielen für die Löwen auf dem Parkett und verzeichnet 44 Tore auf seinem Konto.

Auch in den vier Qualifikationsspielen zur EHF European League bekam der Hanauer das Vertrauen und steuerte 17 Tore bei. Die Rhein-Neckar Löwen sind in den internationalen Wettbewerben allerdings nicht mehr vertreten. In der European League war in der Qualifikation im September gegen Benfica Lissabon Schluss. In der Bundesliga bleiben die Löwen als Tabellenelfter aktuell hinter ihren Erwartungen zurück.

Ehrliche Selbstreflexion: Steigerungspotenzial in der Abwehr

Daher hofft Ahouansou, dass der Spielbetrieb mit Blick auf die Entwicklung der Corona-Pandemie nach der EM weitergehen kann, um noch ein paar Plätze gutmachen zu können. Und, um die eigene Entwicklung weiter voranbringen zu können. „Ich hätte gerne die Chance, es besser zu machen als in der Hinrunde“, arbeitet Ahouansou kontinuierlich und konzentriert weiter an sich. „Mittlerweile bin ich in der Bundesliga gut angekommen. Im Angriff spiele ich meinen Stiefel runter. Weil ich das Vertrauen vom Trainer bekomme, kann ich auch damit umgehen, mal einen Fehler zu machen. In der Abwehr habe ich noch Steigerungspotenzial“, sagt der Rechtshänder selbstkritisch. Da er überwiegend im Angriff zum Einsatz kommt und daher kaum in der Abwehr spielt, fehlt dem Junioren-Nationalspieler in diesem Fall schlichtweg die Erfahrung.

Auf eigene Erfahrung in der A-Nationalmannschaft hofft Ahouansou für seine Zukunft. Was für die deutschen Handballer bei der Europameisterschaft möglich ist, ist für ihn schwer zu prognostizieren: „Die Mannschaft wurde neu zusammengewürfelt und ist noch jung. Ich denke, wegen des Umbruchs stehen die Chancen auf Medaillen weniger gut.“

In die Europameisterschaft steigt das DHB-Team am Freitag, 14. Januar, mit dem Spiel gegen Belarus ein (18 Uhr). Am Sonntag folgt die Partie gegen Österreich, ehe am Dienstag, 17. Januar, das letzte Vorrundenspiel gegen Polen ansteht (beide 18 Uhr) - alles noch ohne einen Hanauer Nationalspieler Namens Philipp Ahouansou. (Von Julia Meiss)

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