Entschlossener Kapitän : Till-Joscha Jönke (mit Ball) trieb seine Mannschaft in Münster immer wieder an und avancierte mit 23 Punkten zum Top-Scorer der White Wings.
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Entschlossener Kapitän : Till-Joscha Jönke (mit Ball) trieb seine Mannschaft in Münster immer wieder an und avancierte mit 23 Punkten zum Top-Scorer der White Wings.

White Wings Hanau

Ein letztes Mal alles reinwerfen: White Wings wollen sich gegen München erhobenen Hauptes verabschieden

  • Jörn Polzin
    vonJörn Polzin
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Am Mittwochabend, die Drittliga-Basketballer der Hanau White Wings hatten soeben ihr Play-off-Spiel in Münster verloren, ist Sebastian Lübeck unter die Rechner gegangen. Für den Geschäftsführer galt es, verschiedene Szenarien durchzuspielen. Und davon gibt es vor dem Finalspieltag der zweiten Gruppenphase am Samstag (1. Mai 2021, 19 Uhr) einige.

Hanau – Alle Teams des Viererfeldes können sich noch für das Halbfinale qualifizieren. „Die Spannung ist das einzige Gute an dem neuen Modus statt der K.o.-Spiele“, meint Lübeck.

Die besten Karten hat Münster (4:2 Punkte), aussichtsreich liegen der FC Bayern und VfL Bochum (je 2:2) noch im Rennen, allenfalls eine kleine Außenseiterchance bietet sich den sieglosen Hanauern. Sie müssten ihr Heimspiel gegen die Münchner mit einer Differenz von 27 Punkten gewinnen und zugleich auf eine Bochumer Niederlage gegen Münster hoffen. „Die Jungs werden fleißig Dreier üben“, erzählt Lübeck schmunzelnd, wohlwissend, dass diese Hypothek zu hoch sein wird.

Regeländerung sorgt für zusätzliche Spannung

Zur Erklärung: Nach einer Regeländerung in der Spielordnung wird im Dreiervergleich die Korbdifferenz der Mannschaften gegengerechnet. Und da haben die Hanauer nach den beiden Niederlagen in Bochum (90:104) und Münster (75:85) einiges aufzuholen. „Wir wollen das letzte Spiel gewinnen und uns erhobenen Hauptes als ein Top-8-Team der Liga aus der Saison verabschieden“, sagt Lübeck. Dabei ist ihm noch etwas anderes wichtig: „Es soll uns keiner nachsagen können, wir hätten nicht alles gegeben. Das gehört sich auch so in einem Wettbewerb. Wir werden daher noch mal alles reinwerfen. In Münster haben wir wieder gezeigt, dass wir es können.“

Beim Favoriten bewiesen die Hanauer, angetrieben von Kapitän Till-Joscha Jönke, Kampfgeist und Moral, ließen sich nicht abschütteln. Doch die Partie deckte auch schonungslos die Schwachstelle der White Wings in dieser Saison auf. Beim Positionskampf unterm Korb fehlen die nötigen Zentimeter und die letzte Konsequenz. „Münster hat 20 Rebounds mehr geholt als wir. Mit so einer Quote kann man kein Spiel gewinnen“, betont Trainer Kamil Piechucki.

Ohne den verletzten Josef Eichler und den im Saisonverlauf abgewanderten Michael Acosta fehlt den Hanauern schlichtweg ein klassischer Center, der sich am Brett aufreibt und zupackt. „Mit den beiden hatten wir zumeist ein positives Reboundverhältnis und eine andere Präsenz, aber es ist müßig zu spekulieren, wie das Spiel mit ihnen ausgegangen wäre“, meint Lübeck. „Münster hat das perfekt ausgenutzt und auch von außen stark getroffen.“ Mehr als die Hälfte der Dreierversuche (13/24) landeten im Korb.

Philip Hecker steht wieder zur Verfügung

Mit ihrem dünnen Aufgebot – Philip Hecker fehlte wegen Abiturvorbereitungen, Malik Kudic wurde kaum eingesetzt – blieben die Gäste in Schlagdistanz, schafften aber nicht mehr die Wende.

Im Duell mit dem FC Bayern II, dem wahrscheinlichen Saisonausklang, wird Hecker wieder die Rotation erweitern. Die Münchner sind zwar längenmäßig nicht die Größten, aber reboundstark und beflügelt vom Überraschungscoup gegen Bochum. Da erzielte Spielmacher Erol Ersek 41 Punkte und den Siegtreffer. „München spielt mit viel Tempo, darauf müssen wir eine Antwort finden“, kündigt Piechucki an. (Von Jörn Polzin)

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