Diesmal nicht die Butter vom Brot nehmen lassen: Sebastian Schermuly und die HSG Hanau müssen über 60 Minuten Leistung bringen.
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Diesmal nicht die Butter vom Brot nehmen lassen: Sebastian Schermuly und die HSG Hanau müssen über 60 Minuten Leistung bringen.

Aufstiegsrunde

HSG Hanau muss im ersten Heimspiel bis zum Ende hellwach sein

  • vonRobert Giese
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Eine Woche nach dem Start in die Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga steht für die HSG Hanau am Samstagabend (17. April, 19.30 Uhr) das erste Heimspiel seit rund sechs Monaten an. Zu Gast in der Main-Kinzig-Halle ist der HC Oppenweiler/Backnang, der nach seinem Auftaktsieg in der Vorwoche an der Tabellenspitze steht und nicht nur deshalb ein harter Brocken für die Hanauer sein dürfte.

Hanau – „Das war eine sehr ansprechende Leistung“, zollt HSG-Coach Hannes Geist dem HCOB für seinen Auftritt vom vergangenen Wochenende Respekt – der Verein aus der Nähe von Stuttgart hatte da gegen den TSB Heilbronn-Horkheim mit 33:30 (18:10) gewonnen und sich damit an die Spitze der Tabelle gesetzt. „Das ist ein sehr eingespieltes Team mit einer guten Mischung aus jungen und älteren Spielern“, hat der HSG-Coach beobachtet, „da wurde in den vergangenen Jahren sehr gute Arbeit geleistet.“

Die Hanauer müssten sich auf eine „aggressivere und offensivere“ 6:0-Abwehr als noch beim vergangenen Spiel gegen die HSG Krefeld einstellen, zwischen den Pfosten des HCOB steht mit Jürgen Müller zudem ein Torwart mit Bundesliga-Erfahrung. „Die Räume in dieser Deckung müssen wir nutzen“, fordert Geist, „und unsere Chancen dann auch nutzen“ – gegen Krefeld hatte die HSG ihre mangelnde Chancenverwertung in der Schlussviertelstunde um die Früchte ihres bis dahin überzeugenden Auftritts gebracht: Nachdem Hanau am vergangenen Samstag lange in Führung gelegen hatte, mussten Sebastian Schermuly und Co. am Ende eine bittere 26:27-Niederlage quittieren.

Konsequente Chancenverwertung ist wichtig

Gegen Oppenweiler wird an diesem Samstag eine konsequentere Chancenverwertung doppelt wichtig sein, denn der Tabellenführer verfügt über ein brandgefährliches Umschaltspiel. „Sie gehen über die gesamte Spieldauer mit Volldampf nach vorn, haben ein sehr gutes Tempospiel und sind auch aus der Zweiten Welle sehr gefährlich“, zählt Geist die Stärken des Gegners auf, „darum müssen wir ihr Umschaltspiel unbedingt verhindern, ansonsten laden wir sie zu leichten Toren ein.“

Doch die HSG-Defensive sei auch im gebundenen Spiel gefragt, wo sie eng zusammenstehen und gut verteidigen müsse. Kein leichtes Unterfangen, denn der HCOB ist in Geists Augen sehr spielstark: „Sie finden immer wieder Lösungen mit dem Kreis, deshalb dürfen wir ihnen keine großen Räume geben, sondern müssen stattdessen schlechte Abschlüsse provozieren.“

Wenn das gelinge, könnten die Hanauer ihrerseits ihr Umschaltspiel aufziehen – ein Trumpf, der schon in der Vorwoche häufig gestochen hat: Gegen die favorisierten „Eagles“ aus Krefeld hatten die Hanauer insbesondere im ersten Durchgang stark aufgespielt und sich zwischenzeitlich sogar auf sechs Tore abgesetzt, auch wenn eine Torflaute in der Schlussphase einen Punktgewinn letztlich verhinderte. Das soll, geht es nach Geist, diesmal anders sein: „Wir müssen bis zum Ende hellwach sein!“, fordert der Trainer der Hanauer.

HSG Hanau muss ohne Unterstützung der Fans auskommen

In eigener Halle will die HSG nämlich die ersten Punkte der Aufstiegsrunde holen, auch wenn sie auf die übliche Unterstützung durch die Zuschauer verzichten muss. „Unsere Fans haben uns sonst oft stark gemacht und durch schwierige Phasen getragen“, weiß Geist, dass der Heimvorteil für die HSG diesmal nicht so groß ausfallen wird wie üblich. „Aber wir haben gegen Krefeld angedeutet“, so der Hanauer Trainer mit Blick auf die unerwartet starke Leistung beim Aufstiegsfavoriten, „dass wir reifer geworden sind.“

Geist kann gegen Oppenweiler wohl auf den gleichen Kader zurückgreifen wie in der Vorwoche, auch Björn Christoffel und Lucas Lorenz werden trotz kleinerer Blessuren vermutlich zur Verfügung stehen – und sollen mithelfen, dass die Hanauer im ersten Heimspiel seit einem halben Jahr gleich zu alter Heimstärke zurückfinden. „Das wird zwar ein harter Brocken“, weiß der HSG-Coach, „aber wir werden wie im Spiel in Krefeld emotional alles hineinwerfen.“ (Von Robert Giese)

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