Langer Schritt: Auch Omari Knox (mit Ball) zeigte sich gegen den FC Bayern München II (rechts Luis Wulff) verbessert. Mit dem 80:69 verabschiedeten sich die White Wings als zweitbestes Team der Südstaffel aus der Saison.
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Langer Schritt: Auch Omari Knox (mit Ball) zeigte sich gegen den FC Bayern München II (rechts Luis Wulff) verbessert. Mit dem 80:69 verabschiedeten sich die White Wings als zweitbestes Team der Südstaffel aus der Saison.

WHITE WINGS HANAU

Rundum glücklich trotz Saisonaus: Beim 80:69 gegen München ist sogar die Sensation greifbar

  • Jörn Polzin
    vonJörn Polzin
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Raus mit Applaus: So hätte zu Zuschauerzeiten das Fazit zum Samstagsspiel der Hanau White Wings gelautet. Doch diese Form der Anerkennung gab es höchstens vor den heimischen Bildschirmen beim Livestream. Während der Pandemie müssen sich die Drittliga-Basketballer damit begnügen, sich erhobenen Hauptes aus der Saison in der Pro B verabschiedet zu haben.

Hanau – Und zwar mit einem 80:69 (46:27) gegen den FC Bayern München II. „Dank des Sieges zählen wir nicht nur zu den Top 6 der Liga, sondern auch den Top 2 der Südstaffel. Wir sind darauf sehr stolz und hoffen, dass es den Fans genauso geht“, sagt Hanaus Trainer Kamil Piechucki. Dem konnte sich der Geschäftsführer nur anschließen. „Es ist sensationell, was die Jungs da nochmal rausgehauen haben. Man hat ihnen angemerkt, dass der Druck weg war“, freute sich Sebastian Lübeck über den „gelungenen Saisonabschluss“.

„Rundum glücklich“ über das Abschneiden in der Saison

Obwohl es nicht mehr fürs Weiterkommen reichte, verließen Spieler, Trainer und Offizielle „rundum glücklich“ die Halle. Dabei war selbst das White-Wings-Wunder – ein Sieg mit 27 Punkten Vorsprung und eine Bochumer Niederlage gegen Münster hätten für den Halbfinaleinzug gereicht – zwischenzeitlich sehr nahe gerückt. Mit 28:11 führten die Gastgeber nach dem ersten Viertel. Als der Vorsprung im dritten Viertel auf 21 Zähler anwuchs und Münster im Parallelspiel mit fünf Punkten vorne lag, „ging natürlich auch bei uns das Kopfkino an“, erzählt Lübeck.

Mental blockiert traten hingegen die Bayern auf, die nach dem Bochum-Coup beflügelt hätten sein müssen, aber mit der Situation überfordert wirkten. Diese Unsicherheit nutzten die Hanauer aus, bestachen in der ersten Hälfte mit einer Trefferquote von fast 80 Prozent. Sowohl in Korbnähe als auch von außen schien beinahe alles zu gelingen. Und das ohne Kapitän Till-Joscha Jönke, der wegen einer Fußverletzung kurzfristig passen musste. Dafür legte Spielmacher Justus Peuser einen bärenstarken Auftritt hin und heimste nicht nur für seine 25 Zähler ein Sonderlob des Geschäftsführers ein. „Justus hat sicher eines seiner besten Saisonspiele gezeigt und sein komplettes Potenzial abgerufen. Vor allem die Ruhe und Übersicht waren für einen 19-Jährigen beeindruckend“, sagt Lübeck. Eduard Arques Lopez knüpfte an seine guten Leistungen mit 19 Zählern und neun Rebounds an, auch Omari Knox und Marco Dordevic trafen zweistellig.

Coach Piechucki lobt seine junge Mannschaft

Felix Hecker trat in der Offensive weniger in Erscheinung, ließ Münchens Erol Ersek mit seiner Verteidigung aber kaum zur Entfaltung kommen. In der Schlussphase rächte sich jedoch die kurze Rotation der Gastgeber, deren Vorsprung auf sechs Punkte schmolz und am Ende elf Punkte betrug. Grämen mussten sich die White Wings aber ohnehin nicht, da auch Münster mit 92:95 in Bochum verlor, womit selbst ein Sieg mit 27 Punkten wertlos geblieben wäre. „Wir sehen dieses Ergebnis als großen Erfolg. Wir sind eine junge Mannschaft und hatten über die Saison immer wieder mit großen Problemen zu kämpfen. Dass wir am Ende nicht nur die Play-offs erreicht haben, sondern sogar die zweite Runde, ist großartig“, betonte Piechucki. (Von Jörn Polzin)

Hanau: Peuser (25), Stenger, F. Hecker (2), Knox (11), P. Hecker, Dordevic (10), Fichtner (4), Arques Lopez (19), Kudic (9)

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