Teufelskerl im HSG-Tor: Sebastian Schermuly hat sich einmal mehr als bockstarker Rückhalt der Hanauer präsentiert.
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Teufelskerl im HSG-Tor: Sebastian Schermuly hat sich einmal mehr als bockstarker Rückhalt der Hanauer präsentiert.

HSG HANAU

Sebastian Schermuly hält für HSG Hanau einen Punkt in der Handball-Aufstiegsrunde fest

  • vonRobert Giese
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Auf diesen Kapitän ist Verlass: Torhüter Sebastian Schermuly vom Handball-Drittligisten HSG Hanau hatte am Samstagabend großen Anteil daran, dass sein Team gegen den HC Oppenweiler/Backnang ein 24:24 (15:12)-Unentschieden erkämpfte.

Hanau – Die Hanauer feierten damit in ihrem ersten Heimspiel der Aufstiegsrunde für die 2. Bundesliga ihren ersten Punktgewinn – auch wenn es über weite Strecken der zweiten Halbzeit nicht danach ausgesehen hatte.

Denn der HCOB, der als Tabellenführer in die Main-Kinzig-Halle gereist war, hatte nach dem Seitenwechsel allmählich Oberwasser bekommen und die Führung übernommen: Rund zehn Minuten vor Schluss führten die Gäste mit 23:21, nachdem sie im ersten Durchgang schon mit sechs Treffern zurückgelegen hatten. Den Hanauern drohte damit eine Wiederholung der Ereignisse aus der Vorwoche, als das Team von Hannes Geist bei der HSG Krefeld zunächst deutlich geführt hatte, am Ende aber mit einem Tor verlor.

Yaron Pillmann muss mit Rot vom Parkett

Dass Hanau sich noch einmal zurückkämpfte, obwohl Yaron Pillmann kurze Zeit später mit Rot vom Feld musste, lag auch am Routinier zwischen den Pfosten: Schermuly, der schon die ganze Partie über stark aufgespielt hatte, drei Tempogegenstöße parierte und dem erst eine doppelte, später sogar eine dreifache Parade gelang, vernagelte seinen Kasten in der Schlussphase und ließ bis zum Abpfiff nur noch einen weiteren Gegentreffer zu. Seine Vorderleute nutzten diesen Rückhalt, um zumindest ein Unentschieden zu erkämpfen.

Dabei waren die Hanauer bärenstark in die Partie gestartet und hatten sich schon nach nicht einmal zehn Spielminuten einen komfortablen Fünf-Tore-Vorsprung herausgespielt. Dabei waren die Gastgeber immer dann am gefährlichsten, wenn sie ihr Tempospiel aufziehen konnten oder mit ihren Spielzügen die gegnerische Abwehr knackten und anschließend insbesondere Lucas Lorenz am Kreis mehrmals gut in Szene setzten.

Gästecoach Matthias Heineke nahm schon früh die erste Auszeit, und in der Folge unterbrach seine Mannschaft Spielzüge und Zweite Welle der Hausherren immer effektiver. Zehn Minuten vor dem Pausenpfiff führten die Hanauer zwar noch mit 13:7, dieser Vorsprung schmolz bis zum Seitenwechsel aber auf drei Tore zusammen – was daran lag, dass sich nun auch ins Spiel der Hausherren mehr und mehr technische Fehler einschlichen.

Fehlerfestival nach dem Seitenwechsel

Vor den gespenstisch leeren Rängen der Main-Kinzig-Halle – wegen der Corona-Pandemie waren keine Zuschauer zugelassen – setzten beide Mannschaften nach dem Seitenwechsel das Fehlerfestival fort, Spielfluss und Tempo der ersten Halbzeit gingen völlig verloren. „Das Spiel war in dieser Phase unheimlich zerfahren“, meinte Gästecoach Heineke, und das spielte vor allem seiner Mannschaft in die Karten, die nach gut 40 Spielminuten erstmals egalisieren konnte.

„Mit der zweiten Halbzeit bin ich nicht zufrieden, das waren bei uns ein paar Fehler zu viel, und wir haben wieder einige freie Würfe nicht verwandelt“, kommentierte Geist den Leistungsabfall seines Teams nach dem Seitenwechsel. Nach dem Ausgleich gerieten die Hanauer rasch in Rückstand und trotz einiger gelungener Aktionen wie von Pillmann, der seinem Gegenspieler den Ball stibitzte, oder von Maximilian Bergold, der - – von der Bank kommend – einen Siebenmeter nervenstark verwandelte, schienen die Gäste die Vorteile auf ihrer Seite zu haben.

Dank Schermuly blieb die HSG jedoch im Spiel, erzielte in Überzahl den Ausgleich und hatte in der Schlussminute bei Ballbesitz noch die Chance auf den Siegtreffer – doch Jannik Rupperts Gewaltwurf war zu mittig platziert, sodass ihn der ebenfalls starke HCOB-Torwart Stefan Koppmeier parieren konnte. Da der letzte Angriff der Gäste ebenfalls nichts einbrachte, endete die Partie mit einem nach Meinung beider Trainer „leistungsgerechten Unentschieden.“ (Von Robert Giese)

HSG Hanau: Sebastian Schermuly, Fabian Tomm; Jonas Ahrensmeier (1), Maximilian Bergold (1/1), Luca Braun, Marius Brüggemann (1), Dennis Gerst (4), Michael Hemmer (2), Lucas Lorenz (6), Robin Marquardt, Yaron Pillmann, David Rivic, Jannik Ruppert (2), Niklas Schierling, Nils Schröder, Marc Strohl (7/6) - Schiedsrichter: Kijowsky/Strüder - Siebenmeter: HSG 7/6, HCOB 5/4 - Zeitstrafen: HSG 2, HCOB 4 - Besonderes Vorkommnis: Rote Karte für Pillmann (HSG, 53., grobes Foul)

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