Kämpferisches Vorbild: Matthias Fichtner (links gegen den Frankfurter Matthew Meredith) avancierte zum Hanauer Topscorer mit 22 Punkten.
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Kämpferisches Vorbild: Matthias Fichtner (links gegen den Frankfurter Matthew Meredith) avancierte zum Hanauer Topscorer mit 22 Punkten.

PRO B

White Wings trotzen allen Widrigkeiten: Sieg im Derby gegen Frankfurt

  • Jörn Polzin
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Hanau – Als die letzten Sekunden dieses nicht immer hochklassigen, aber nervenaufreibenden Spiels heruntertickten, sollte es Marco Völler richten. Ausgerechnet der frühere Hanauer (von 2012 bis 2014 bei den White Wings), mittlerweile Sportdirektor des Basketball-Bundesligisten Fraport Skyliners und für die Frankfurter Reserve in der Pro B am Ball, erhielt die doppelte Chance für die späte Wende.

Hanau – Doch Völler scheiterte – erst 13 Sekunden vor dem Ende aus der Halbdistanz, dann per Dreier mit der Schlusssirene. Besser machte es zwischendurch White-Wings-Guard Dewrell „JD“ Tisdale, der von der Freiwurflinie den 69:66 (34:37)-Endstand und damit den zweiten Saisonsieg sicherstellte.

„Das Team hat heute Charakter bewiesen und einen vor allem mental wichtigen Sieg geholt“, freute sich Hanaus Cheftrainer Kamil Piechucki. Auch Geschäftsführer Sebastian Lübeck lobte die Moral der Mannschaft, „die trotz Rückstands ruhig geblieben ist.“

Kämpferisches Vorbild war dabei Power Forward Matthias Fichtner, der im ersten Viertel umknickte, sich dennoch in den Duellen am Brett aufrieb und mit 22 Punkten seine beste Saisonleistung zeigte. Fichtner trug dazu bei, dass der wie gewohnt reboundstarke Völler (11) nur auf vier Punkte kam. „Matthias hat stark um die Rebounds gekämpft und den Korb attackiert“, betonte Co-Trainer Marti Zamora.

Matthias Fichtner beißt auf die Zähne

Das musste Fichtner auch, da Teamkollege Philipp Walz erneut mit Oberschenkelproblemen passen musste. „Bei ihm müssen wir Woche für Woche sehen, ob es für einen Einsatz reicht. Auch JD Tisdale hatte leichtere Blessuren. Viktor Demetrio ist nicht so richtig in Schwung gekommen. Wir mussten einige Veränderungen vornehmen. Uns ist es aber gelungen, trotz aller Schwierigkeiten das Spiel zu gewinnen. Das zählt“, sagte Piechucki.

Dabei sah es lange so aus, als ob die leicht favorisierten Gäste die Oberhand behalten würden. Nach dem Hanauer Blitzstart (12:2) übernahmen die Frankfurter um Topscorer Philipp Hadenfeldt (16 Punkten) immer mehr die Kontrolle, führten zeitweise sogar mit 13 Punkten.

Doch die White Wings kämpften sich zurück und glichen sieben Minuten vor dem Ende zum 56:56 aus. Beim 67:59 (38.) schien schon eine kleine Vorentscheidung zu ihren Gunsten gefallen zu sein. Doch der Nervenkrimi am Samstagabend in der Main-Kinzig-Halle setzte sich fort. Tisdale fabrizierte ein Offensivfoul, Philip Hecker setzte einen Dreier deutlich daneben und Niklas Krause scheiterte per Korbleger. Die Gäste nutzten die Unaufmerksamkeiten und waren beim 66:67 drauf und dran, die Begegnung zu drehen.

Doch dann kamen die letzten Sekunden, in denen Völler vergab und Tisdale die letzten Zweifel am Sieg beseitigte. „In den letzten zwei Spielen haben wir gegen Topteams der Liga gespielt, da tut es natürlich gut, gegen eine Mannschaft auf Augenhöhe am Ende erfolgreich zu sein“, resümierte Zamora und fügte mit Blick auf die kommenden Aufgaben an: „Wir sind happy mit dem Ergebnis, aber an einzelnen Spielsituationen müssen wir noch arbeiten.“ Am kommenden Samstag (19 Uhr) steht die Partie beim Schlusslicht FC Bayern München II an. Eigentlich der ideale Zeitpunkt für den ersten Auswärtssieg dieser Saison. (Von Jörn Polzin)

Hanau White Wings: Tisdale (17), Braimoh (2), Hecker (6), Krause (14), Stenger, Katumbayi, Vasovic (4), Demetrio (4), Eibelshäuser, Fichtner (22)

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